Freitag, 25. Mai 2012

Sank Petersburg - eine (vielleicht nicht ganz so objektive) Zusammenfassung




Hier kommt ein kleiner Auszug meiner Eindrücke aus Sankt Petersburg aus dem Jahr 2012.

Ich habe kein Tagebuch geführt, insofern muss ich das ein wenig aus der Erinnerung Revue passieren lassen.

Und was soll ich sagen? 

Ich habe Sankt Petersburg schon "nett" in Erinnerung, würde dort aber nicht noch einmal hinfahren. Was ist schon nett, nett ist halt immer noch die kleine Schwester von scheiße ... sagte schon Bela B.

Es fing schon mit der Visa-Beschaffung an. Da Sven und ich keine "pauschale Rundreise" gebucht, sondern uns einfach einen Flug beschafft hatten, mussten wir uns auch um das Visum selber kümmern.

Ich erspare euch meine Anträge und meine diversen Telefonate mit der russischen Botschaft ... Schlussendlich haben wir unsere Visa über eine "offizielle" russische Visa-Agentur (für viel Geld) bekommen. Verarsche par excellence!

In Sankt Petersburg an sich fühlten wir uns trotz unser "offiziellen" Visa dennoch ein bisschen "verfolgt" :) Ich stell das jetzt einfach mal so hin ...

Dennoch hatten wir natürlich eine Menge "Spaß" (und die Anführungsstriche meine ich so, wie ich sie gesetzt habe)!

Ich glaube, es gibt wirklich keinen Ort auf der Welt, wo Sven und ich immer noch das Beste herausziehen!

Und ein Elakelaiset-Konzert im Kocmoc in St. Petersburg zu erleben, während all die Finnen für dieses Konzert über die Grenze kommen (haben die eigentlich andere Einreisebestimmungen?), ist natürlich kaum zu beschreiben! 



Hammer!




Allerdings habe ich mich in noch keiner (Groß)stadt nachts so unwohl und "unwillkommen" gefühlt wie in Sankt Petersburg!

Sven bestreitet das zwar, aber so richtig toll fand er es auch nicht ...

Ausnahmen bestätigen die Regel ... zum Beispiel diese nette Truppe, mit denen wir erst unser Koordinaten für Wacken geteilt





und danach unsere Facebook-Accounts ausgetauscht haben! Leider konnten wir danach nie wieder in Kontakt treten! Verloren im wwww? Wahrscheinlich nicht ... Ich stelle jetzt hier mal ganz provokant die Frage: Lag es an der NSA oder am russischen Geheimdienst?



Insbesondere um ihn und die fehlenden Kontaktmöglichkeiten tut es mir leid ... wir waren (jedenfalls an diesem Abend) Freunde für's Leben! Ever, ever, ever :)




Also ... fassen wir es zusammen: 

Sankt Petersburg ist schön anzuschauen, sofern die Sonne scheint und man nicht in die Hinterhöfe geht!

Sankt Petersburg hat tolle "schick gemachte" Ecken, viele taiwanesische und chinesische Touristen, dazu immens viel "Original-Bernsteine" für abartig viel Geld und viel Geschichte! 

Wenn man es denn toll findet, dass Katharina dafür sorgte, dass Bauern ihre Gardinen und Decken zwangsweise abgeben mussten, damit "die Große" sich viele Kleider und Möbelbezüge schneidern ließen konnte, sollte man die Eremitage besuchen. Wenn man das nicht so toll findet, sollte man vielleicht von einem Besuch für umgerechnet 20,00 Euro davon absehen. 

Ich für meinen Teil habe den Besuch gar nicht mehr in Erwägung gezogen ... aber dennoch ganz schnell von Sven und nicht von dem von Staat bezahlten Fotografen ein Foto schießen lassen!




Wer mich kennt, merkt schnell, dass dieses Foto sarkastisch gemeint ist ... Ich hätte kotzen können!

Und wer auf anoxerische Mädels in kurzen (oder Plissee)-Röcken steht, ist in St. Petersburg (vielleicht sogar in ganz Russland?) sicherlich auch richtig.





Auch Leute, die stark geschminkte Frauen in Pelzmäntel mit High Heels toll finden, sich über dicke schwarze Limousinen identifizieren oder aber einen Hang zur Polizei- und Militärpräsenz haben, werden sich sicherlich wohlfühlen. 

Meine Stadt war es allerdings überhaupt nicht! Sorry allen Leuten gegenüber, denen ich hier gerade unrecht tue oder denen ich auf den Schlips trete. 


Es geht um Kohle und um Kapitalismus ... und um nix anderes! 



Und da steht ich halt nicht so drauf. Sicherlich nicht eine gängige normale Sichtweise dieser Stadt, aber halt meine ganz persönliche :)

Ich empfinde Sankt Petersburg auch im Nachhinein als immer noch anstrengend. 

Wer viel reist, weiß, dass Erinnerungen irgendwann immer "geschönt" werden.

Bei mir ist dieses "Gen", was St. Petersburg betrifft, allerdings auch nach fast 2 Jahren immer noch nicht aktiviert.

Schön sind allerdings die U-Bahnen, wunderschön! Wer mich kennt, weiß, dass ich schöne U-Bahn-Stationen liebe!

Hier ne Lampe ... 


  
da 'nen Kronleuchter!


Wer allerdings unbedarft (naja, nicht ganz ... wir hatten schon im Reiseführer gelesen, dass man als Tourist keine Fotos von den U-Bahn-Stationen machen darf, weil diese als "militärisches Sperrgebiet" ausgewiesen sind - noch Fragen??) solche ganz privaten Fotos macht




 


darf sich auch nicht wundern, wenn man kurz danach von der Polizei herausgezogen wird!

Ich persönlich frage  mich da schon, welches Land ich da gerade mit meiner Reise "unterstütze" ...

Erkennt jemand die militärischen Sperrbezirke auf diesen Fotos???

Oder auf diesen (in einem offiziellen Souvenir-Shop aufgenommen) Fotos?





"Passport please ..."

Egal! Ich will das gar nicht weiter ausführen!

Da ich schon viel auf dieser unserer wunderschönen Welt unterwegs war, kann ich meiner Meinung nach eine "funktionierende" Gesellschaft in den jeweiligen Ländern ganz gut beurteilen ... Russland gehört leider nicht dazu!

Traumhaft waren auf jeden Fall die "weißen Nächte" ... das Licht ist unglaublich gewesen, 



und da die Russen ja sowieso rund im die Uhr gepost haben ...








 

 haben wir das natürlich auch gemacht:











Sozusagen ... wer will noch mal, wer hat noch nicht ;)

Beim Durchlesen dieses Posts fällt mir gerade auf, wie negativ dieser rüberkommt.

Noch einmal sorry für alle Leute, denen ich hier gerade auf den Schlips trete ... vielleicht kann ich das mit ein paar Bildern wieder gut machen?




























St. Petersburg ist schön ... aber leider nicht meins!














































Samstag, 3. März 2012

Abschied vom Valle Gran Rey

Letzte halbe Stunde im Valle …

Ich sitze bereits am Busbahnhof und warte auf den Bus nach San Sebastian. Und das bereits um 12.30 Uhr  statt – wie geplant – um 15.30 Uhr. 3 Stunden weniger Zeit hier an diesem schönen Fleckchen Erde und das alles nur, weil die Gomeros wieder mal ihren Busfahrplan geändert haben.

Ich begreife gar nicht, weshalb man jeden Monat den Plan ändern muss! Im Februar war das so (habe ich im Netz verfolgt) und nun im März ist das schon wieder so.

Statt um 16.00 Uhr fährt der Bus bereits um 13.00 Uhr!

Egal … es lässt sich ja nicht ändern. Hätte zwar gerne noch ein bisschen Zeit am Strand verbracht, bin aber heilfroh, dass ich gestern noch mit jemandem gesabbelt habe, der mir erzählt hat, dass sich der Plan geändert hat. Ansonsten würde ich um 16.00 Uhr hier sitzen und mich wundern wundern wundern und müsste 60,00 Euro für ein Taxi ausgeben …

Gestern war noch mal ein äußerst lauer Tag. Knackewarm, also habe ich meine „große Wanderung“ über den Haufen geschmissen und habe den Tag wieder am Strand verbracht. 2 Strandtage von insgesamt 12 Tagen sind auch nicht zu viel, wie ich finde :).

Morgens dort hingeradelt, vorher noch Geld geholt, kurz abgeklärt, ob ich mein Appartment bis 16.00 Uhr haben kann (was gegangen wäre, da wusste ich ja noch nichts von der Fahrplanänderung) und zur Playa del Ingeles weitergefahren.

Dort in 4 Stunden einen ganzen Roman gelesen, Obsession von – oh Gott, ich bin so entspannt, ich habe glatt den Autor vergessen. Kenneth Beckett oder so ähnlich glaube ich. War natürlich rein zu Recherchezwecken, um zu sehen, wie der schreibt :).

Will zwar kein Thrillerautor werden, aber in meinen Lehrheften steht ja immer, dass ich lesen, lesen, lesen soll, um zu erkennen, wie andere Autoren arbeiten. Da ich am Strand ja sowieso nichts ausarbeiten kann, jedenfalls nicht schriftlich, im Kopf wohl schon, habe ich mich also diesem Büchlein gewidmet, dass ich gestern morgen am „Bücheraustauschplatz“ hier im Ort gefunden habe und das auch flugs und schnell durchgelesen.

Nicht sooo spannend, wie ich fand. Ziemlich aktionreich mit viel Geballer, wenig Subtiles. Der Typ ist inzwischen Bestsellerautor (wieso komm ich bloß nicht auf den Namen? Ich verblöde langsam wirklich) und man bzw. ICH habe schon bemerkt, dass das sein erstes Buch war.

Viele seiner Erfahrungen als Musiker, Fotograf und aus seinem Heimatort sind dort mit rein geflossen.

Konnte ich mir zusammenreimen, da auf dem Klappentext natürlich ein paar Informationen zu ihm standen. Im Grunde genommen hat der das also genauso gemacht, wie ich das wohl machen werde, wenn ich nicht noch groß in fremden Städten recherchieren und mit vollkommen konträren Personen als meiner Wenigkeit sprechen will.

Ich habe das Projektheft III jetzt durchgelesen und weiß gar nicht, wann ich denn zum Schreiben kommen soll, wenn ich die ganzen dort gestellten Aufgaben auch noch bearbeiten muß. Aber die werden schon wissen, was sie tun und weshalb sie diese Aufgaben stellen. Ohne Planung komme ich mit meinem  Romanprojekt nicht weiter, das stelle ich ja jetzt bereits fest.

Alles ganz flott geschrieben, was bisher steht, aber der „rote Faden“ und das richtige „Konfliktpotential“ fehlt noch. Auf jeden Fall habe ich festgestellt, dass ich mir einen engeren Zeitrahmen setzen muss, sonst verdödel ich mich (und lese zu viel).

Ein richtiger Schluss für meine Kurzgeschichte ist mir auch immer noch nicht eingefallen, Thomas war mir da leider nicht so eine richtige Hilfe. Seiner Meinung nach, kommt erst mit der Geburt des Kindes raus, dass der angebliche Vater nicht der leibliche Vater ist, aber das dauert für eine Kurzgeschichte zu lange. 

Zu langer Zeitraum, das wäre dann eher ein Romanthema.

Vielleicht denke ich mir einfach eine neue aus … oder nehme einen Teil aus meinem Roman und schreibe diesen um. Kann ja nicht schaden …

Zurück zu gestern. Habe also am Strand gelegen, mir den Rücken vorsorglich von meinen „Mitliegern“ einschmieren lassen und war sogar 2 mal in den hohen Wellen. Ehrlich gesagt, nicht unbedingt, weil ich sportlich sein wollte, sondern um den schwarzen Sand vom Körper zu bekommen. Ich weiß schon, was ich mir in Indien kaufen werde – eine leichte „Sarongdecke“. Ich bin es langsam leid mit kleinen Tüchern. Obwohl die ja eigentlich gar nicht so klein sind, sondern ich eher groß :).

Entweder liegt der Kopf im Sand und die Unterbeine, oder aber die kompletten Beine. Ich fühlte mich gestern wie ein paniertes Schnitzel ... und sah auch definitiv so aus :).

Abends habe ich natürlich noch einen letzten Sonnenuntergang bei Maria geschaut. Vorher habe ich mein Fahrrad abgegeben und beim Autovermieter "Tschüss" gesagt. Außerdem natürlich in meiner Fischsuppen-Hafenkneipe! Harry war auch da und er war sogar verhältnismäßig nüchtern. Ich habe ihn ein wenig auf den Pott gesetzt, dass er jetzt endlich mal den Arsch hoch kriegen soll und nicht - wie am Abend davor - vor Selbstmitleid zerfließen und nicht gelebten Augenblicken hinterherhängen soll. Er hat mich kräftig gedrückt und mir zum Schluss ein "Bleib gierig!" ins Ohr geflüstert. Ich war fast ein wenig gerührt ...


Schreibe später weiter, noch 10 Minuten bis der Bus kommt – muss noch bezahlen und meine Klamotten wieder zusammen packen. Der Rucksack fühlt sich übrigens viel schwerer an als auf der Hinfahrt. Mag daran liegen, dass ich ziemlich blöde gepackt habe. Muss ich morgen früh auf jeden Fall noch mal umpacken, sonst bin ich fertig vom Geschleppe, wenn ich an der Fähre ankomme.

Donnerstag, 1. März 2012

Lazy day am Beach

Kaum was gemacht heute. War richtig faul …

Nach dem (heute wieder späten) Aufwachen zum Supermarkt meines Vertrauens geradelt und danach ein excellentes Frühstück auf der Dachterrasse gehabt :). Strahlend blauer Himmel und kein Windhauch. War gar nicht daran zu denken, den Tag mit Wandern oder nur auf der Dachterrasse zu verbringen. Schon die halbe Stunde Frühstück hat mir Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Ich habe mich also fett mit Sunmilk eingeschmiert, bin zur Playa del Ingles geradelt und mich dort gegen 11.30 Uhr in den schwarzen Sand geschmissen und den Platz erst um 17.00 Uhr wieder verlassen. Leider habe ich ein bisschen den Rücken verbrannt, da kam ich halt alleine nicht hin mit der Sonnencreme … 

Hammermäßige große Wellen, eigentlich perfekt zum Surfen. War sogar einmal kurz bis zum Bauch im Wasser, den schwarzen Sand abspülen und mich etwas erfrischen. Mein Buch zu Ende gelesen und dabei drei mal geheult. Was für eine Geschichte. So würde ich auch gerne schreiben können bzw. solche Sachen würde ich mir auch gerne ausdenken können und nicht in meiner „eigenen Welt“ verhaftet sein. 

Ich muss dringend mal googlen, ob das mit den Zwangssterilisationen in den 70er Jahren in Indien wirklich so war. Hannah kriegt das Buch auf jeden Fall nicht zu lesen, sie muss mit „Shantaram“ als Indienvorbereitung „zufrieden“ sein – was ja auch kein leichter Stoff für sie sein wird.

Auf dem Weg nach Hause in La Playa noch einen kurzen Zwischenstopp gemacht, Postkarten für Hannah und Lasse gekauft, einen Curtado getrunken, die Postkarten gleich geschrieben und tatsächlich auch daran gedacht, sie einzuschmeißen :). Passiert nicht allzu oft ... oft vergesse ich das einfach und überreiche die Karten zu Hause persönlich.
 
Schnell unter die Dusche, mein nächstes Projektheft beim Abendbrot auf der Terrasse angelesen (meine Reste müssen weg, ich hab noch so viel geilen Schinken! Diesen in Verbindung mit frischem Baguette, Pfirsich und Ziegenkäse zu essen und dazu eisgekühlten Weißwein – ein Gedicht!) 

Keine Lust gehabt noch mal zu Maria zu radeln, statt dessen habe ich den Sonnenuntergang heute abend auf den Felsen von Vueltas gesehen. Entspannt und peacig – wie der ganze Tag! 




Habe eigentlich mit niemandem groß gesabbelt. Thorsten war zwar auch am Beach, aber der war genau so maulfaul wie ich, so dass sich unsere Konversation auf mehr oder weniger „Ich wünsch dir einen schön Tag“ beschränkt hat. 

Ich habe (wie jedes Mal im Urlaub) überhaupt keine Lust, hier übermorgen meine Klamotten zu packen (auf meine Mitfahrgelegenheitsgeschichte hat sich bisher niemand gemeldet) und könnte hier gut noch ein oder zwei Wochen verbringen. 

Ein bisschen wandern, ein bisschen baden, ganz viel leckeren Schinken essen … Aber wann will ich sowieso mal nach Hause? Heimweh habe ich ja seltenst …

Auf den Felsen noch kurz mit Thomas telefoniert (bei perfekter Verbindung!). Er hat seinen ersten Chinaeinsatz am 23.3., kommt vorher aber noch nach Hamburg. Kanns kaum erwarten, in seinem Arm zu liegen. Ich vermiss ihn echt! So richtig doll! Schlafe abends ein und denke an ihn und wache morgens auf und denk schon wieder an ihn. Ungewohntes weil ewig lange nicht mehr gehabtes Gefühl, aber soooooooo schön!

Und nun sitz ich schon wieder in der Kneipe und hoffe, dass wir das heute abend mit dem Skypen hinbekommen. Jetzt ist mein entzückendes Töchterchen erst einmal on bei Skype, mal hören, was sie mir zu sagen hat. Sie hat mir vorhin einen link irgendeines Shops rüberschickt mit der Bemerkung: „Mein Laden! Da müssen wir dringend was bestellen“, ich habe allerdings noch nicht geguckt.

Ach und noch was … Whale Watching für morgen früh ist bereits ausgebucht, für nachmittags gibt’s evtl. noch 2 freie Plätze, weil 2 Reservierungen noch nicht bestätigt sind. Das wäre dann auch nicht „mein“ kleines Boot von Dienstag, sondern ein Segelschiff. Ich soll morgen noch mal vorbei schauen … 

Ich entscheide spontan morgen früh nach Wetter- und Gemütslage. Theoretisch könnte ich ja auch noch Samstag morgen fahren und dann erst den letzten Bus um 18.00 Uhr rüber nach San Sebastian nehmen … Ich hab ungefähr so wenig Bock von hier weg zu fahren wie eine Kuh zum Fliegen!

So ... und nun ist Hannah auch schon wieder weg – vielleicht liegt es wirklich an den schlechten Internetverbindungen hier. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als noch einen Wein zu bestellen und auf Thomas zu warten!

Mittwoch, 29. Februar 2012

Das Wandern ist des Bine's Lust ... machmal jedenfalls!


Heute wird Schelle 13! Herzlichen Glückwunsch old boy :)

Bin heute erst gegen 9.00 Uhr aufgewacht. War der Fischhändler heute nicht unterwegs?

Maddelig mit Halsschmerzen und laufender Nase, vielleicht waren die Flippies gestern abend doch keine so gute Idee!

Hab mich dann noch mal umgedreht und bis erst gegen 10.30 Uhr richtig hoch gekommen. Draußen war’s bewölkt und auf der Dachterrasse (Februar)kalt. Habe mich also – wie die ersten Tage – in meine Wolldecken gemümmelt habe.

Ein bisschen meine Wanderkarte studiert, die ich mir gestern gekauft habe und mich entschlossen, eine Tour grobe Richtung zum Wasserfall zu machen.

Mittags bin ich dann mit meinem Radel zu Carlos zum Frühstücken gefahren.  Cortado, wieder mal ein frischer O-Saft (eigentlich konnte ich gar keine Halsschmerzen haben, bei den ganzen Vitaminen, die ich hier tagsüber zu mir nehme! – aber vielleicht liegt es ja auch an den billigen Zigaretten …) und dazu ein Sandwich.



Neben mir saß ein Typ mit Mega-Gepäck, der junge Mann kam quasi „angewankt“. Laufen konnte man das schon nicht mehr nennen ...



Gerade neu angekommen. Er hatte den gleichen Wanderführer wie ich dabei (ist ja auch ein bestbewerteter :), blätterte darin und gab – wohl mehr schlecht als recht, soweit ich das beurteilen kann – GPS-Daten in ein extra dafür mitgeschlepptes Gerät ein. 

Ich hatte das über mein Handy ja auch versucht, bin aber kläglich gescheitert. Das hat wohl aber weniger mit meinem Handy als mit meiner Unkenntnis mit dieser Technik zu tun … 

Auf jeden Fall kamen wir ins Gespräch und er erzählte, dass er die Insel einmal komplett durchwandern will. Rucksack immer dabei, abends immer ein neues Zimmer suchen. Muss man mögen … 

Auf meine Frage, weshalb er denn nicht in San Sebastian (dem Fährort) angefangen hat zu wandern, konnte er mir allerdings keine Antwort geben ... 

Würde ja schließlich Sinn machen und hätte ihm 60,00 Euro Taxikosten ins Valle Gran Rey gespart … Er ist halt jung und aufgeregt und kann solche Sachen noch nicht überblicken :)

Ich vermute mal, ich werde ihn hier noch einmal wiedertreffen, während er mit seinem GPS-Gerät "best friend" wird. Aber vielleicht bekommt er seine seine komplette Inselwanderung ja doch hin. Zu wünschen wäre es ihm ja ...

Hab bei Carlos dann noch einen Zettel für eine Taxi-Mitfahrgelegenheit für Sonntag morgen ausgehängt.

Sollte sich niemand melden, muss ich wohl tatsächlich schon Samstag nachmittag von hier verschwinden und noch eine Nacht in San Sebastian verbringen. 

Der Sonntagsbus fährt zwar auch um 8.00 Uhr rüber zum Fährhafen. Allerding habe ich bereits von 2 Leuten gehört, dass der Sonntagsbus generall ziemlich unpünktlich ist. Hängt wohl von der Samstagsabendfeierei der Busfahrer ab :).

Da der 8.00 Uhr-Bus ja sowieso der "Wanderbus" ist, hält der natürlich auch an jeder Milchkanne und es kann locker 2 Stunden dauern, bis er in San Sebastian ankommt. 

Dann wäre es also um und bei 10.00 Uhr, ich muss noch zur Fähre runterlaufen, Ticket kaufen und das Schiff legt um 10.15 Uhr ab.

Könnte also knapp werden. Macht wahrscheinlich mehr Sinn, Samstag nachmittag hier weg zu fahren und damit Fähre auf jeden Fall am Sonntag morgen zu bekommen. Werde ich eigentlich alt? Mach ich  mir zu viele Gedanken?

Sollte ich natürlich noch ein bis zwei Mitfahrer (oder sogar drei) finden, nehme ich natürlich Sonntag morgen ein Taxi und genieße meinen kompletten Samstag noch hier.

Und dann ging es wieder ans Wandern! 

Wenn das so weiter geht, bin ich echt fit, wenn ich wieder zu Hause bin. Dünn allerdings weniger, bei dem ganzen Gefuttere und Weingetrinke ;).

Ich habe mein Fahrrad am Busbahnhof angekettet und bin dann in den Barranco gestiegen. Stand in meinem Wanderführer! Hatte allerdings ein sehr ungutes Gefühl, da gerade wilde Baumaßnahmen mit Baggern, Lastern, Kränen etc. im Gange sind und überall Verbotsschilder standen. Soviel Spanisch verstehe ich dann doch … War aber dann kein Problem. Der erste Baggerfahrer, dem ich vor die Räder lief, hat mir zu verstehen gegeben, dass es kein Problem ist, wenn ich dort durch gehe. Habe kurz meinen Wanderführer zu Rate gezogen, gelesen, dass ich „immer mal wieder den Fluß überquere“ und bin hoch gewandert. Ich habe die ganze Zeit zwar keinen Fluß überquert, aber wenn die Autoren das sagen …

 

Den Wasserfallweg habe ich dann irgendwann (unwissend) verlassen, war aber vollkommen okay. Da kam ne Kurve und noch ne Kurve und noch ne Kurve und es ging immer schön bergauf. Irgendwann war mir klar, dass ich auf der Route bin, die ich noch mal von Las Hayas runterlaufen will. Und das fand ich dann ja interessant! War sozusagen „Training on the job“ und auch wenn es bei der Rücktour (ich bin ungefähr ein Drittel der Tour hoch gewandert) schon manchmal steil war, denke ich, das Ding gut laufen zu können. Werde mir für morgen den Wecker stellen … hopefully! Ích war wieder mal ungefähr 3 Stunden hin und zurück unterwegs und das ist 'ne gute Zeit für mich. Bin danach zwar platt von dem ewigen Rauf und Runter, aber nicht so platt, dass ich mich abends zu nichts mehr aufraffen kann.



Zurück im Tal stand mein Fahrrad zum Glück immer noch am abgestellten Platz (Schlösser werden hier angeblich ganz gerne geknackt und weg sind die Teile dann) und ich bin runter zurück nach Vueltas. Runter ist ja immer schön … die Fahrten hoch nach La Calera allerdings weniger. 



War vollkommen ausgehungert und habe in der Cafeteria an der Hauptstraße einen Stopp eingelegt und mir – wie ich dachte – Runzelkartoffeln mit Käse überbacken und vielen verschiedenen Soßen bestellt. Leider bekam ich Pommes mit Ketchup, Mayonnaise und Senf. Sagen wir es mal so … der Hunger hat es reingetrieben … 

Danach dann weiter in mein schickes Appartment, Fahrrad wieder schön angeschlossen, 3 Brocken Spanisch mit der Familie unter mir gewechselt so nach dem Motto „Everything mieu bien“ und eine Stunde auf der Terrrasse gelegen. 2 Seiten gelesen und sofort eingepennt …

Kurz unter die Dusche und wieder ab auf’s Rad und rüber nach La Playa. Meinen Süßen kurz per Handy erwischt, der mich leider aber kaum verstanden hat. Haben uns zum Skypen verabredet und ich sitze jetzt auch beim Runterschreiben in der Cacatua-Bar, bekomme allerdings keine Internetverbindung.

Netzprobleme … Kein Wunder, dass hier alle Leute so peacig sind, wenn sie nix vom Rest der Welt bekommen :).

Keine Nachrichten, keine schrecklichen News, keine Fußballergebnisse …
Heute abend gab’s beim Sonnenuntergang einen Superblick rüber nach El Hierro und nach La Palma, allerdings auch wieder ziemlich ziemlich frischen Wind. Es waren verhältnismäßig wenig Leute da und auch ich habe ziemlich schnell aufgegeben und bin noch rüber zum Baby-Beach, um dort die Singgruppe von Alwine zu treffen (hatte ich ihr versprochen). 






Habe mir hawaiinische „Mother Earth“-Songs angehört, die sehr schön waren, mich aber nicht getraut mitzusingen … Es waren schätzungsweise so um die 30 Leute da. Alle in Walla-Walla-Klamotten und alle ganz entspannt im Hier und Jetzt. Freitag ist die nächste Session, vielleicht sing ich dann auch mal mit ...

 

So, nun habe ich endlich eine Internetverbindung!!! Wer allerdings nicht da ist, ist Thomas … wahrscheinlich ist er schon wieder weg, bin knapp 1,5 Stunden zu spät 

Zurück zum Tag bzw. zum Abend. Bin noch kurz in meine Hafenkneipe geradelt und habe dort die köstliche Fischsuppe gegessen. Geht schnell, ist lecker und ich war bzw. bin sowieso durchgefroren.


Dort habe ich meinen „Harry“ wieder getroffen. Ich schäme mich, dass ich seinen Namen immer noch nicht weiß. Er war jenseits von Gut und Böse, hat mich aber erkannt und mir irgendwas von irgendwelchen Kindern erzählt, die er so gerne gehabt hätte. Da war ich dann ein bisschen überfordert und ja sowieso schon auf dem Sprung, um ein funktionierendes W-Lan zu finden. Mittags mit ihm zu sabbeln ist definitiv ergiebiger als zur Dunkelheit …

Tja, und nun sitze ich in der vollkommen überfüllten Cacatua-Bar und warte auf meinen Hübschen. Thorsten ist gerade aufgetaucht und holt sich ein Bierchen. Doro ist auch da, die mir zugerufen hat: „Klappt auch hier nicht mit der Kreativität, mein Bild „hängt“. Dafür war ich aber den ganzen Tag am Strand!"

Hoffentlich vergesse ich mein Fahrrad nachher nicht wieder …

Dienstag, 28. Februar 2012

Ein Tag im Valle Gran Rey ohne besondere Vorkommnisse ...

Bin wie üblich in diesem Urlaub früh aufgewacht, nämlich schon gegen 8.00 Uhr. Warum passiert mir das zu Hause eigentlich nie?

Liegt es daran, dass in Norderstedt kein Fischhändler mit lautem Gebimmel durch’s Viertel zieht?

Ebenfalls wie immer bin ich noch ein Stündchen liegen geblieben! Ich liebe es einfach, wenn ich Zeit habe und nicht gleich aufspringen muss.

Habe mich heute morgen gar nicht groß bei mir im Appartment aufgehalten. Nach dem Aufstehen gleich die Wanderschuhe angezogen und Richtung El Guro gewandert. Habe wiederum versucht, den Weg hinter meinem Haus zu nehmen ... und bin wiederum kläglich gescheitert :(.

Irgendwann war mir das zu doof und ich  bin umgedreht. Konnte somit noch meine Bankkarte holen, die ich vergessen hatte, da ich heute endlich das Appartment bezahlen wollte.

 
Bin also am Strand und durch’s Dorf Richtung Calera gewandert, habe Geld gezogen, an der Zumeria von Carlos einen Zwischenstopp eingelegt und mich mit frischem O-Saft und Gutardo gestärkt und bin dann durch Calera durch nach El Guro gelaufen. Habe mir unter dem Örtchen ehrlich gesagt etwas Anderes, Kreativeres vorgestellt. 

Angeblich wohnen dort ja jede Menge Künstler. Entweder war ich auf der falschen Seite vom Dorf (kann aber nicht sein, da auf der anderen Seite der Straße die Schlucht ist) oder aber ich war im falschen Dorf (kann auch nicht sein, da ich ja am Ortsschild vorbei gekommen bin) oder es gibt noch ein anderes El Guro.

Ich war auf jeden Fall ein bisschen enttäuscht, 4 oder 5 kleine ziemlich schmuddelige Häuschen und das war’s. Da ich so gut „zu Fuß“ war, bin ich dann noch weiter bis nach Casa El Seda gelaufen. Zurück ging es die Straße lang, insgesamt war ich knapp 3 Stunden unterwegs. Fand ich einen guten Kurs, da ich ja von Vueltas erst einmal in die „Talmitte“ laufen musste.

Hab das Appartment auf dem Rückweg bezahlt, einen kleinen Zwischenstopp im T-Shirt-Laden gemacht und mir einen Schlüsselanhänger gekauft und mir im Anschluss eine kleine „Shoppingtour“ durch die vielen netten Hippie-Klamotten-Läden gegönnt. Allerdings nichts gekauft, die sind hier nicht nur drauf wie auf der Antaris, die haben auch ebensolche Preise. Für ein – zugegebenermaßen recht schickes – Kleidchen 129,00 Euro zu zahlen, sehe ich nicht ein.

War in allen 3 Supermärkten bei mir im Viertel, habe überall ein bisschen eingekauft (es sollen ja alle an mir verdienen) und habe mir dann ein leckeres Mittagsfrühstück auf der Dachterrasse zubereitet. Frisches Obst, Eier, Schinken etc. etc. Beim O-Saft habe ich mich allerdings vergriffen, habe irgendeine Orangen“milch“ gekauft. Leider erst später gesehen, dass da noch was von „Soja“ auf der Packung stand. Nicht mein Fall ...

Nachmittags habe ich dann nicht mehr viel gemacht. Ausgezogen, mich nackig auf die Liege gelegt, weiter in meinem Buch gelesen, die Liege aus der Sonne gezogen (es war heute richtig richtig warm), die Liege wieder aus dem Schatten gezogen (dort war es definitiv zu kalt, um zu liegen) und ein bisschen rumgedrömelt.

Abends dann bei meinem Fahrradverleih vorbei gegangen und mein altes Fahrrad für 3 Tage gemietet. Muss ich Freitag abend wieder abgeben. Mit dem Fahrrad dann nach La Playa rübergefahren, mir einen Sundowner im El Paraiso gegönnt und leckeren Ziegenkäse gefuttert. In den Laden wollte ich die ganze Zeit schon mal – liegt direkt am Strand, bisher waren die Tische draußen mit Blick auf’s Meer allerdings jedes Mal besetzt, wenn ich dort vorbei gekommen bin. Nun – heute war ein Tisch frei und das wurde dann gleich meiner!

Später dann noch zu Maria rüber und den restlichen Sonnenuntergang (incl. Fackeltanz) angeschaut.
 
Niemanden getroffen, den ich „kannte" – also bin ich irgendwann wieder rüber nach Vueltas geradelt und mich in die Cacatua-Bar gesetzt, Thomas eine Mail geschickt, mit Hannchen gechattet und dabei wohl definitiv zu viel Wein getrunken. Oder auf jeden Fall viel zu wenig gegessen. Auf jeden Fall fiel mir erst hier oben wieder ein, dass ich mir ja ein Fahrrad gemietet hatte. Nur hatte ich dieses leider unten vergessen. Also bin ich noch mal losgetappert und habe das Rad geholt :(.

Das war’s vom heutigen Tag. Nicht viel passiert, war aber dennoch „rund“.

Montag, 27. Februar 2012

Delphine, Delphine, Delphine ...

Sehr schöner Tag. Hab mich morgens nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Dachterrasse dazu entschlossen, meine Softshell-Hose und ein langärmliges T-Shirt zum Wale gucken anzuziehen und dann – sicher ist die Mutter der Porzellankiste – auch noch für die Softshelljacke zum Drüberziehen entschieden.

Vollkommen unnötig und übertrieben. Nachdem ich bei Oceano meine Tour bezahlt hatte und zurück zum Hafen geschlendert bin, kam die Sonne raus und es wurde richtig „Sommer“. Nicht mal Wind! Dumm gelaufen, Sabine! Meine „Mitgucker“ standen mit Flippies und kurzen Hosen am vereinbarten Treffpunkt und ich, als wollte ich eine Tour in schneebedeckte Berge machen. Unnötig zu erwähnen, dass ich auch noch meine Wanderschuhe anhatte, weil ich Angst hatte, dass ich kalte Füße bekomme …

Das mit den Schuhen hatte sich aber sowieso schnell erledigt. Wir mussten auf dem kleinen schnuckeligen Boot, das angeblich wirklich schon bis zum Fischen an die afrikanische Küste gefahren ist (hat uns Volker, der „Teamleiter“, auch noch einmal erzählt, als eine Frau in meinem Alter ihn fragte, ob er wirklich GANZ sicher sei, dass wir mit dieser Scholle mitten auf den Atlantik fahren wollen)  alle unsere Schuhe ausziehen, da bis auf die Ecke hinten, wo der Bootsmann stand und lenken musste, das gesamte Boot für uns zum Rumlaufen freigegeben war.



Ebenfalls unnötig zu erwähnen, dass ich fragte, an welcher Stelle des Bootes denn am wenigsten Schaukelei zu erwarten sei und mir diesen Platz nach Auskunft von Volker auch sofort gesichert habe. Schön mittig auf einer Holzpritsche!

Also, ICH bin ehrlich gesagt, nicht so viel auf dem Boot rumgelaufen. Die Fahrt war klasse, aber es hat geschaukelt ... Vielleicht nicht ganz so viel, wie von mir erwartet, aber Schaukeln ist Schaukeln.

Das lag sicherlich auch daran, dass die Wellen heute längst nicht so hoch wie gestern waren und fast Windstille herrscht. Das eine Kind, das mit Papa mitgefahren ist, hat dennoch die meiste Zeit gekotzt … 

Tat mir echt leid, der Wurm. Er hatte sich so auf Delfine gefreut und vor Abfahrt noch einen auf dicke Hose gemacht: „Zum Glück wird mir auf dem Boot ja nicht schlecht, Papa! Ich bin nicht so wie Mama. Die ist ja deswegen auch nicht mit gekommen und ruht sich heute morgen aus!“ 

Tja, hat leider nicht so ganz geklappt … Ich habe dem Vater dann nett und zuvorkommend wie ich bin :) meinen Platz für den Lütten angeboten. Aber der Kleene wollte partout nicht auf die Pritsche, sondern sich lieber am Bootsrand festhalten und dort weiterkotzen ...
Nachdem wir eine kurze Einführung ins „sanfte Whalewatching“ erhalten haben (natürlich bin ich mit den Gutmenschen gefahren und nicht mit dem großen Ausflugsboot!) und einen Überblick über viele Wal- und Delphinarten bekommen haben, ging’s denn los. 

Wunderschöne Fahrt an der Küste von La Gomera entlang. 




Leider gab’s erst einmal nicht viel zu sehen. 

Riesenquallen (diese ekligen, die auch in Portugal überall waren), aber keine Delphine, geschweige denn Pilotwale. 

Ich weiß jetzt auch, was Pilotwale sind – Indische Grindwale. Sind ungefähr 6 Meter groß und wiegen bis zu 4 Tonnen. Jedenfalls die Männchen, die Weibchen sind etwas kleiner.

Man sollte also meinen, dass man solche großen Tiere, die sich hier zur Zeit zuhauf tümmeln und die ganzen anderen Tage auch gesehen wurden, gut sehen kann :(. 

Aber sie hielten sich versteckt und waren wohl gerade dort, wo unser kleines Boot nicht war.

3 unechte Karettschildkröten waren die „magere“ Ausbeute nach fast 2 Stunden Fahrt. „Mager“ setze ich in Anführungsstrichen, weil ich natürlich auf meine Wale gewartet habe. Die Leute von „Oceano“ waren allerdings begeistert, da diese Tiere recht selten zu sehen sind. 



Das Kind kotzte weiter und eine Frau, die gleich bei Beginn der Tour vorne auf’s kleine Deck geklettert war und großspurig meinte: „Das ist der beste Platz! Ich habe solche Touren schon öfter mitgemacht!“ fragte mich irgendwann ziemlich blaß, ob sie meinen Platz haben dürfte. 

Und ich wartete weiter auf die Wale!.


Kamera im Anschlag, Hand schützend über die Augen gelegt, ganz voller Vorfreude. 

Lange Rede, kurzer Sinn. Wir haben keine Walte gesehen ;).

Dafür sind wir aber zum Schluss noch auf eine Gruppe von „gewöhnlichen Delphinen“ getroffen (die heißen wirklich so!). Und das war sooooo schön! Knapp 2 Meter große Tiere mit ein paar Jungtieren, die an der Seite gelbe „Striche“ haben. Hatte ich bisher noch nie gesehen, sondern immer nur die „normalen“ grauen.


Sie sind eine ganze Zeit lang um unser Boot „gehüpft“, in der Bugwelle mitgeschwommen und hatten augenscheinlich auch recht viel Spaß an der ganzen Geschichte. Keine Ahnung, ob die Fotos was geworden sind, ich habe irgendwann auf „Serie“ gestellt und muss die knapp 400 Bilder erst einmal sichten ;). Auf den meisten wird wohl nur Wasser zu sehen sein. Ehrlich gesagt war mir auch nicht bewusst, dass „Serie“ so viele Bilder bedeutet. Ich dachte, nach 3 oder 4 Stück ist Schluss, ist aber augenscheinlich nicht so. War etwas irritiert, als ich mir die Bilder abends anschauen wollte. Muss ich defnitiv zu Hause am großen Rechner aussortieren, auf dem kleinen Bildschirm war mir das zu anstrengend. Und 2 Filme habe ich auch noch gedreht!








Leider mussten wir ja irgendwann wieder umdrehen, ich hätte noch stundenlang weiter Boot fahren und Delphine gucken können. Keine Spur mehr von „Hoffentlich schafft das Boot das!“ Aber da das soooo schön war, mache ich vielleicht am Freitag noch einmal eine Tour mit. Und sehe dann vielleicht doch noch meine Wale … Und rufe dann „Wal, da bläst er!“ :)

Im Hafen bin ich dann in meine Hafenkneipe eingekehrt und habe eine Fischsuppe gefuttert, Köstlich, noch viel besser, als die, die ich Freitag abend gegessen habe. Ich werde nur noch DORT Fischsuppe essen. Riesengroße Schüssel für 3,00 Euro, dazu Brot und ein Glas eiskalten Weißwein. Ich bin so leicht glücklich zu machen ...
 
Nachmittags habe ich dann nichts mehr gemacht. Nackig ausgezogen, mir mein tolles Buch geschnappt und mich auf meiner Dachterrasse auf der Liege gesonnt. Zwischendurch mal umgedreht und ein bisschen gedöst, dann wieder umgedreht und weiter gelesen.
 
Irgendwann schweren Herzens unter die Dusche gesprungen und nach La Playa rübergewandert, um den Sonnenuntergang bei Maria zu sehen. Und da waren sie wieder alle … die Trommler, die Didgerido-Spieler und alle Leute, die man hier jeden Tag wieder trifft. Ist wirklich ein „Dorf“, obwohl das Tal ja wirklich recht groß ist. 

Aber ich treffe irgendwie immer wieder die gleichen Leute! 

Tim und Tom und ihre Eltern, die immer noch angespannt sind und nicht den Eindruck eines glücklichen Paares machen! 

Thorsten, der inzwischen auch ein wenig Farbe abbekommen hat und auch nicht mehr so „verschüchtert“ wirkt, wenn er mich trifft! 

Alwine (auch ein geiler Name, oder?), die mit ihrer Frauen-Gesangsgruppe immer ganz beseelt den Sonnenuntergang anschaut (nicht böse gemeint, echt eine coole Frau, auch wenn sie mir ein bisschen viel von „energetischen Schwingungen“ erzählt)!
 
Doro, die hier endlich ihr Bild zu Ende malen will!

Die etwas durchgeknallte alte Hippiefrau, die mich jedes Mal, wenn ich dort sitze, fragt, ob sie mir eine Klangheilmassage geben darf (sie ich so ungesund aus?)!

Der Typ, der jeden Abend für eine andere Bar Flyer verteilt! 

Guilio, der Maler, der jeden Abend die gleichen Bilder verkaufen will!

And so on … 

Herrlich gemischtes Völkchen – ich fühl mich hier echt pudelwohl!
Sonnenuntergang „geguckt“, der aber nicht so berauschend war, da irgendwann ein Dunstschleier aufzog, dafür aber mehr gesabbelt und dann ins Gondola an der Promenade. 

Eigentlich hatte ich total Bock auf Pizza, bin dann aber doch wieder bei meinem geliebten Tintenfisch gelandet. Diesmal mit Korander-Soße … ehrlich gesagt, habe ich den Koriander nicht so richtig herausgeschmeckt. 

Als ich bestellte, meinte der Kellner etwas angewidert zu mir: „You like this? Or do you want real fresh good fish?“ 

Ich habe kurz überlegt, umzuschwenken und mir doch eine Pizza zu bestellen (wohl auch, weil ich jetzt weiß, dass meine Wale und Delphine die Tintenfische essen und ich ihnen ja schlecht ihr Futter wegfuttern kann), mich dann aber doch dagegen entschieden. Essen war okay, aber ich hatte immer den Einwand von dem Kellner im Kopf …
Und dann klingelte mein Handy! Ich habe mich so erschrocken … Empfang! Und dann war Thomas dran! Was habe ich mich gefreut, seine Stimme zu hören … Er hat mir gestern wohl noch eine beduselte Mail geschickt, konnte ich aber leider noch nicht abrufen. 

Hatte mein Netbook im Appartment und nachdem ich die Berge schon wieder rauf und runter gekraxelt war, auch keine Lust noch mal loszugehen. Außerdem war das Bistro beim nach Hause gehen probevoll. Wahrscheinlich hätte ich mich sowieso in die Reihe der bedürftigen wartenden Online-Junkies einreihen müssen. … Hole ich aber morgen SOFORT nach!
Und dann noch eine sehr nette "Dinner-Begegnung" gehabt.
 
Ich sitze an meinem „You like this? Or do you want real good fresh fish“?-Squid, als ein Typ an dem Speisekartenaushang stehenbleibt. Ich saß praktisch neben der Speisekarte, guckte hoch und meinte zu ihm: „Schmeckt gut hier!“.

Er hat flugs die Gelegenheit ergriffen, zog einen freien Stuhl beiseite, fragte: „Darf ich? Ich hab echt Hunger!“ und als ich völlig perplex ob dieser schnellen Abfolge der Ereignisse „Klar“ sagte, saß er auch schon.

Ziemlich „stämmiger“ Typ aus dem Saarland, der – natürlich – schon mehrfach hier auf La Gomera war. 

Ich bin bestimmt die einzige Person hier in diesem Tal, die noch nicht hier war :).

Wir kamen ins Gespräch (was soll man auch machen, wenn man an einem Tisch sitzt) und hatten einen rundum netten Abend. Was heißt Abend, jetzt ist es gerade 22.30 Uhr, während ich schreibe. Also nicht ausufernd, aber rundum nett. Er fährt ebenfalls andauernd nach Kreta, kennt meine „Plätze“ dort und empfiehlt mir dringend, das nächste Mal nach Lentas zu fahren. „Wenn du da ankommst, bist du zu Hause!“ 

Er kennt Thailand (sogar Ko Lipe), er war mehrfach in Indien, er ist Bauleiter (natürlich die Gelegenheit für mich, mit meinem Süßen anzugeben), seine Kinder sind ebenfalls 14 und 16 etc. etc.

Er hat sehr nett von seiner Frau gesprochen, die ihm dringend zu 1 Woche Urlaub allein geraten hat, da er einfach „durch“ ist (bzw. war – er meinte, die Erholung hat schon eingesetzt, als er auf die Fähre gestiegen ist). 

Viele Gemeinsamkeiten und ein wirklich rundum nettes Gespräch. Ich vermute mal stark, dass der mir hier ebenfalls noch öfter über den Weg laufen wird.
 
Werde mir ab morgen wahrscheinlich wieder ein Fahrrad mieten, morgen früh aber erst einmal nach El Guro wandern und meine restliche Appartmentmiete im Laden in La Calera bezahlen.
Und nu is Schluss – bin müde und platt von der Sonne und den ganzen Eindrücken. 

Und wenn Britta nur einen Funken Verstand besitzt (wovon ich sie wahrscheinlich erst einmal wieder überzeugen muss), fliegt sie im März, wenn sie Urlaub hat, hier für 10 Tage runter und macht sich das ebenfalls so nett wie ich! Und sitzt nicht mit Andreas auf irgendeinem Biobauernhof in Süddeutschland, nur weil er wieder kein Geld hat, um mit ihr in den Urlaub zu fahren! Werde ich ihr echt empfehlen … Frage ist nur, ob sie sich „traut“ – welch Sünde, sich solche schönen Sachen entgehen zu lassen, nur weil der Mut fehlt …