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Freitag, 5. Dezember 2014

Tchibo ist überall!

Leute, glaubt man das?


Heute morgen im Guesthouse entdeckt :). 

Komischerweise musste ich gleich an meine Arbeitskollegen denke und schicke hiermit mal ein paar Grüße in die Firma!

Verliebt in Udaipur

Udaipur? Was gibt es in Udaipur zu sehen?

Udaipur liegt im Nordwesten Indiens in Rajasthan, zählt ungefähr 450.000 Einwohner und gilt als romantischste Stadt Indiens! Viele Touristen, die eine Rundtour durch Rajasthan machen, haben Udaipur aus diesem Grund auf ihrer Route fest eingeplant. Die meisten Leute bleiben allerdings - wenn überhaupt - höchstens 1 Nacht in dieser schönen Stadt. City-Palace besuchen, Blick auf den See werfen und weiter fahren ...


Ich habe mich hingegen total in diese Stadt verliebt. Deswegen sind wir inzwischen auch bereits 4 Tage hier ...

Es gibt (bis auf den City Palace und den Pichhola-Lake halt) wirklich nicht besonders viel zu sehen und zu entdecken. 


Einer der mächtigsten und wichtigsten Jaintempel liegt ca. 90 km entfernt, ebenso das Fort.

Eigentlich sollen diese beiden Sehenswürdigkeiten ein "Muss" sein, wenn man in Udaipur ist. Tja ... erst einmal "muss" ich gar nichts :) und zweitens habe ich es bisher einfach nicht "geschafft", dort hin zu kommen. 

Ich bin nämlich zu beschäftigt damit, mich mit den Leuten zu unterhalten und die Altstadt mit ihren versteckten Winkeln zu entdecken.







Den City Palace haben wir natürlich aber bereits besucht, allerdings nur von außen.  






Der Palast ist teilweise immer noch bewohnt und beherbergt außer den Wohnräumen der Maharani noch ein Museum und 2 Hotels, in denen man für teures Geld übernachten kann.

Dafür kann man sich dann auch ein wenig wie James Bond in "Octopussy" fühlen :). Der Film spielt u.a. in Udaipur und wird jeden Abend um 19:00 Uhr in fast jedem Lokal auf großen Leinwänden gezeigt.

Hannah und ich haben uns den Film auch angeschaut. 

Es war übrigens mein erster James Bond Film und er war genau so schlecht, wie ich mir diese Filme immer vorgestellt habe ...

Aber egal! Wir hatten ziemlich viel Spaß mit unseren Indern, die wie gebannt auf die Leinwand starrten und jede Actionszene mit deftigen Ausdrücken oder aber wissendem amüsanten Grinsen verfolgten :) 

Highlight für mich sind - neben dem Jagdish Temple mitten in der Stadt - in Udaipur definitiv die Menschen. 




Die Inder an sich sind ja sowieso schon entzückend und freundlich, aber die Einwohner von Udaipur toppen dieses noch um ein Vielfaches!

Ich habe auf all meinen Reisen selten so freundliche, ausnehmend hübsche und hilfsbereite Leute wie in dieser Stadt kennen gelernt.

Überall werden wir in Gespräche verwickelt. Jeder will uns bei irgendwelchen Dingen helfen oder uns einfach nur Informationen geben.

Das geht so weit,  dass mir die Kinder entgegen gehalten werde, damit ich sie streichle und Hannah von alten Damen untergehakt wird, damit sie diesen beim Gehen auf dem wackeligen Pflaster hilft.



Solch eine Stimmung in der Stadt zieht schon fast selbstverständlich auch viele Künstler an. 

Udaipur ist seit Jahrhunderten Künstlerstadt. Viele Musiker und Maler wohnen in der Stadt. Überall werden Malkurse angeboten und viele der Hauswände sind mit farbenfrohen Bilder bemalt.




In der Stadt befinden sich außerdem unzählige Galerien. 

Ich bin (bisher) standhaft geblieben und ziemlich stolz auf mich! Ich habe kein Bild gekauft, nicht einmal eine Postkarte, die ich rahmen könnte :)




Dienstag, 2. Dezember 2014

Ankunft in Udaipur

Heute morgen sind wir mit dem Nachtbus in Udaipur angekommen.

Im Gegensatz zu der Fahrt von Pushkar nach Jaisalmer war diese Fahrt von Jaisalmer nach Udaipur genau so, wie man sich Nachtbusfahrten in Indien eigentlich vorstellt.

Die Straße bestand nur aus Schlaglöchern. Dazu ein sich in schiere Ekstase hupender Busfahrer, der fuhr, als hätte er den Bus geklaut und müsste diesen schnellstens über die Grenze bringen ...

Hannah und ich sind in unserem Sleeper-Abteil hin und her geworfen worden und hatten arge Sorgen um unsere Bandscheiben. Wie oft wir uns den Kopf beim "mit quietschenden Rädern um die Kurve fahren und dabei jedes Schlagloch mitnehmend" gestoßen haben, vermag ich nicht mehr zu sagen ...

Endresultat dieser Horrorfahrt war, dass wir eine Stunde vorher als geplant in Udaipur angekommen sind und uns die Leute vom Hanuman Ghat nicht abholen konnten. 

Sawai aus Jaisalmer hatte uns sehr ins Herz geschlossen und daher Sorge, wo wir morgens in Udaipur landen würden. Er hat daraufhin seinen Kumpel, Cousin, Freund, Bekannten, was auch immer, angerufen und ihn gebeten, uns abzuholen. Irgendwie ist in Indien ja jeder mit jedem bekannt, verwandt oder verschwägert ... Und irgendwie haben die meisten Leute dann auch noch wieder Verbindungen zu einem Guesthouse oder einer Familie, die Zimmer vermietet.

War aber kein Problem, morgens um 5:00 Uhr ein Tuktuk zu finden, dass uns über die andere Seite des Sees gefahren hat.

Wir wohnen diesmal nicht direkt im "Viertel", sondern gegenüber auf der anderen Seite des Sees. Hier ist es etwas ruhiger und der Ausblick von unserem Balkon ist einfach fantastisch.





Sonntag, 30. November 2014

Magische Nacht unter den Sternen in der Wüste

Dieses Wochenende habe ich einen weiteren Punkt meiner bucket list "abgearbeitet"! Komisch, was man so nach einigen Wochen Auszeit als "Arbeit" ansieht ... Die Prioritäten werden ganz anders gesetzt :)



Wir haben eine Kamel-Safari durch die Wüste gemacht. Naja, eigentlich waren es mehr Dromedare, aber das war mir ziemlich schnuppe :)


Jedem, der nicht im "Gleichgewicht" ist, empfehle ich solch eine Tour! Man sitzt auf seinem Tier, wird sanft hin- und hergeschaukelt und kann die Gedanken meditativ an sich vorbei ziehen lassen. Und glaubt mir ... da kommen viele Gedanken hoch! 




Sehr entspannend, sehr relaxend und noch besser, als sich beim Yoga die Arme und Beine zu verrenken :)

Bevor es in die Wüste ging, haben wir noch die alte Geisterstadt Kuldhara "besichtigt" und Halt in einem kleinen Dorf gemacht, um den Proviant aufzuladen.






Highlight für mich persönlich waren aber nicht nur die Ritte auf dem Kamel, sondern die gestrige Nacht in der Wüste.

Unsere Guides haben abends (wie auch mittags schon) auf einem Lagerfeuer mit einem Topf und einer Eisenplatte ein fantastisches 3 Gänge Menü gezaubert. 

Ich hab derweil nichts gemacht, mich einfach nur (wieder einmal) gefragt, weshalb wir in Europa eigentlich so "gestopft" sind.


Ich versuche, meinen Haushalt ziemlich frei von unnötigem Kram zu halten und nichts Überflüssiges zu kaufen und zu horten. 

Aber selbst ich besitze ungefähr 7 Töpfe verschiedener Größen, 2 Bratpfannen und einen Wok. Dazu 4 Herdplatten, 1 Wasserkocher und einen Backofen. Braucht man alles nicht ... jedenfalls nicht in Indien ;) 

Nach dem Essen wurde auf Wasserkanistern und Öldosen musiziert. Monotones tranceartiges Trommeln, dazu wurden (h)indische Lieder gesungen. Später kamen noch Volkslieder aus "unseren" Ländern hinzu.

Wir waren eine recht bunt gemischte Gruppe mit insgesamt 9 Leuten (2 Mexikanerinnen, 1 spanisches Pärchen, ein älteres englisches Pärchen, 1 Inderin, die in Australien lebt, und halt Hannah und ich). 

Ich habe erst dort unter dem Sternenhimmel gemerkt, wie ausgelechzt ich nach der ganzen Zeit, in der wir ja mehr oder weniger alleine oder halt nur mit Nepalesen und Indern zusammen waren, eigentlich nach westlicher Gesellschaft war. Aber das ging nicht nur mir so. Wir alle kamen aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus ...

Irgendwann wurden Matratzen überall in der Wüste verstreut in verschiedenen Ecken unseres Rastplatzes ausgerollt und ab ging es in die Heia. Ich habe traumhaft geschlafen! Kein dicker fetter Käfer ist in mein Ohr gekrabbelt (das war Hannah's größte Sorge) und wenn ich doch einmal kurz die Augen aufgemacht habe, hatte ich über mir einen traumhaften Sternenhimmel. Absolute Stille ...




Nach einem ausgiebigen Frühstück mit viel Obst und noch mehr Tee ging es dann mittags zurück nach Jaisalmer. 


Wie haltet ihr das eigentlich? Habt ihr eine bucket list (oder Löffelliste), die ihr "abarbeitet"? 

Erfüllt ihr euch eure Träume? 

Und freut ihr auch immer so, wenn ein Wunsch in Erfüllung geht? 

Oder redet ihr nur davon und verschiebt es auf später?

Macht es nicht ... setzt es einfach um :)



Freitag, 28. November 2014

Arabisches Feeling in Jaisalmer

Wir sind heute morgen nach einer einigermaßen entspannten Nachtbusfahrt in der Wüstenstadt Jaisalmer angekommen und haben ein schönes Zimmer im Fort der Altstadt gefunden.

Viele Reiseführer raten davon ab, im Fort direkt zu übernachten. Das Abwassersystem ist nicht gerade prickelnd (kein Wunder, die Stadt ist schließlich über 1.000 Jahre alt) und viele der kleinen Hotels wurden inzwischen von größeren Hotelketten aufgekauft. 

Nun bin ich nicht jemand, der 5 x am Tag duscht! Ich wohne auch nicht in einem der alten Häuser, die in den letzten Jahren aufgekauft wurden, sondern bei einer indischen Familie. Diese wohntvseit 200 Jahren im Fort, hat ihr Wohnhaus zu einem kleinen "Hotel" umgebaut hat und vermietet 5 kleine Zimmer. Wie sollen die Leute denn sonst ihr Geld verdienen, wenn hier niemand mehr übernachtet?

Außerdem ruft das ein gewisses Prinzessinnen-Gefühl hervor :) 

Überall sonst in Rajasthan muss man Eintritt zahlen, wenn man ein Fort besichtigen will. Hier kann ich sogar drin übernachten :)

Natürlich gibt es auch eine Dachterrasse mit einem traumhaften Blick hinunter in die Stadt.


Jaisalmer an sich ist ein wahrhaft entzückendes Städtchen. Überall enge Gassen, in denen das Leben tobt. Ich fühle mich ein bisschen ins mittelalterliche Arabien versetzt.

Die Türen von den meisten Häusern stehen offen, so dass wir einen Blick ins alltägliche Leben werfen können. Kinder rennen mit ihren Drachen über die Hinterhöfe, alte Frauen sitzen tratschend auf den Treppen und die Männer mit ihren großen Turbanen zwirbeln an ihren Schnurrbärten herum.








Viele Häuser haben bunte Zeichnungen an den Wänden, am häufigsten vertreten ist Ganesha.


Auch hier oben im Fort trotten die Kühe durch die Straßen und fressen alles, was ihnen irgendwie fressbar erscheint. Falls sie nichts finden, kommen sie auch gerne mal direkt in die Häuser :)


Auffällig ist die starke militärische Präsenz in Jaisalmer. Jaisalmer liegt im äußersten Westen von Rajasthan kurz vor der pakistanischen Grenze. Mit dem Kamel ist man in 3 Stunden da, mit dem Auto über eine halsbrecherische Piste in ca. 45 Minuten.

Und dass Pakistan und Indien in diesem Leben keine Freunde mehr werden, dürfte ja schließlich allgemein bekannt sein. 

Für mich ist das ein etwas befremdliches Gefühl. Auf der einen Seite die vielen Soldaten, auf der anderen Seite die Lebensfreude der Menschen in der Stadt.

Und in Pakistan wird das ja nicht anders sein. Auch dort sitzen die Menschen in den Städten, spielen mit ihren Kindern, sorgen für's Essen und kümmern sich um ihre alten Leute.

Die Welt ist und bleibt ein Irrenhaus, oder?



Donnerstag, 27. November 2014

(vorläufiger?) Abschied von Pushkar

Heute Abend geht es mit den Nachtbus weiter nach Jaisalmer, ganz in den Norden von Rajasthan.

Ich bin sehr gespannt auf die "goldene Stadt" und hoffe, es wird nicht so enttäuschend wie in Jaipur, der "pinken Stadt". 

Wir wollen ein paar Tage in Jaisalmer bleiben und ich möchte auf jeden Fall eine Kameltour machen und eine Nacht in der Wüste übernachten!

Vielleicht gehen wir dann noch einmal nach Pushkar zurück.

Wir sind gestern Abend nämlich von unserem Vermieter zu einer großen Zeremonie am 6. Dezember eingeladen worden. 

Sein Vater ist vor einem halben Jahr verstorben und nächstes Wochenende wird ihm zu Ehren ein großes Fest mit ungefähr 5.000 (!) Gästen veranstaltet. Das Fest findet auf dem Land ca. 30 Minuten von Pushkar entfernt statt. Es gibt Tanz und Musik, gutes Essen und Indien pur! Keine Touristen, kein Englisch!

Er würde sich sehr freuen, wenn wir mit ihm und seiner Familie feiern würden.

Sein Guesthouse ist zwar ausgebucht, aber er meint, er findet schon einen Platz für uns.

Hmm ... eigentlich wären wir blöd, wenn wir uns das entgehen lassen, oder? Andererseits bin ich nach meinen Erfahrungen mit Santosh etwas vorsichtiger geworden und will mich eigentlich nicht mehr auf irgendwelche "Vermietergeschichten" einlassen.

Was meint ihr?


Mittwoch, 26. November 2014

Oh wie schön ist Pushkar!

Ich denke, Janosch wird es mir verzeihen, wenn ich seinen Buchtitel ein wenig für meinen Blog abgewandelt habe :)

Pushkar ist bereits jetzt eines meiner Highlights auf dieser Tour! Wenn ich mich nicht mit meinem Süßen irgendwo im Süden Indiens verabredet hätte, könnte ich hier glatt mein 3 Monats-Visum für Indien absitzen :)


Es gibt nicht viel zu tun ... 


Es gibt kein Fort, das man erkunden und keinen Stadtpalast, den man besuchen "muss". Dafür gibt es ca. 500 kleine und große Tempel und einen heiligen Lake in der Mitte der Stadt. 

Der See mit seinen Ghats gilt vielen Indern als heilig. Insofern herrscht hier ein reges gläubiges Leben. Viele Hindus pilgern nach Pushkar, um sich im See von ihren Sünden reinzuwaschen und für die Gesundheit ihrer Familien zu bitten.



Aber es ist halt auch kein reiner Pilgerort! 

Pushkar ist eine gewachsene lebhafte Kleinstadt in einem Tal ziemlich genau in der Mitte von Rajasthan (der nächste größere Ort ist Ajmer, dort befindet sich auch ein Bahnhof). 






Die Straßen (und Dächer) sind voll mit Menschen, Kühen, Hunden, Kamelen und Essens- und Marktständen. Das Leben spielt sich von morgens bis spät in die Nacht auf der Straße ab und alle Leute scheinen miteinander verwandt zu sein. Jeder kennt jeden und nach 3 Tagen kennt auch jeder uns! 



Und Pushkar hat für mich genau die richtige Größe! Es ist nicht so riesig (15.000 Einwohner), es ist aber auch nicht so klein, dass wir die ganze Zeit angestarrt und fotografiert werden.



Insofern easy living!




Vom wundervollen Inn Seventh Heaven sind wir inzwischen ins Diamond Haveli umgezogen. 

Eigentlich wollten wir ins Mama Luna, weil wir die Leute dort so nett fanden. Aber Marvi (der Besitzer unseres jetzigen Guesthouses) hat uns auf der Straße angesprochen und uns ein Zimmer bei sich zum gleichen Preis (300 Rupien) angeboten. Was soll ich sagen? Natürlich sind wir "nur zum Gucken" mitgegangen und gleich hängen geblieben :)

Sehr schöne Dachterrasse mit vielen Hängematten und Schaukelstühlen, dazu ein Yogaplatz und einen traumhaften Blick auf die Berge. Nur die Internetverbindung könnte besser sein ... 

Und die Affen etwas weniger frech :)


Die Stimmung in Pushkar ist im übrigen sehr relaxt! Was vielleicht auch an den Special-Lassis liegt, die überall angeboten werden :)

Pushkar ist nämlich heilige Stadt! Insofern gibt es nur rein vegetarisches Essen (größtenteils sogar veganes!) und es wird auch kein Alkohol verkauft. Weder in den Shops noch in den Restaurants ... 

Wir vertreiben uns die Zeit damit, in den Hängestühlen auf der Terrasse zu lesen, Yogaübungen zu machen, im Musik-Shop CD's anzuhören, mit den Leuten Chai zu trinken und zu reden und auf den See zu schauen.

Außerdem haben wir heute ein entzückendes Aussteuer-Geschenk für Greta Ernestine (Herzlich willkommen auf dieser schönen Welt, Baby!) gekauft und Hannah hat sich ein Helix stechen lassen.



Ihr merkt, wir sind schwer beschäftigt :)