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Samstag, 13. September 2014

Hermanus Backpackers

Wie ihr hier hoffentlich schon gelesen habt, bin ich ganz begeistert von Hermanus und von den Walen.

Aber wisst ihr was? Ich glaube, es liegt nicht nur an den Tieren, dass wir hier immer noch rumhängen und dem lieben Gott den Tag stehlen.

Es hängt definitiv auch mit unserem Backpacker zusammen. 


Alles dreht sich um die Wale und die Haie, die hier auch zahlreich in der Bucht vertreten sind. 

Im Grunde genommen sind die Leute genau so walverrückt wie ich :)

Es gibt 2 Küchen, die tippitoppi ausgestattet sind und jeden Morgen ein kostenloses Frühstück. Nicht großartig, sondern nur aus Toast, Butter und Marmelade bestehend, aber die Geste zählt :)

Kaffee und Tee sind den ganzen Tag for free, jeden Abend wird der Grill angeschmissen und in der Bar läuft so geile Musik, dass ich jeden Tag wieder auf die Playlist schaue (und mir natürlich nicht einen Titel gemerkt habe).

Dazu gibt es einen "Chill-out-room" mit kostenlosem Internetzugang zum Schreiben oder Arbeiten 


und einen weiteren großen Raum zum Sabbeln, Spielen, Musik hören und Glotzen.


Mixed das Ganze mit motivierenden Sprüchen und Malereien an den Wänden, 




afrikanischer Deko,




und entzückenden Haustieren,



 dann fühlt ihr euch so :)


Wir jedenfalls tun das!

PS: Sorry für die schlechte Bildqualitäti, aber ich kämpfe gerade etwas mit meinen Einstellungen und meinen Chromebook ... 

Southern right whales in Hermanus

Seit ein paar Tagen sind wir in Hermanus. Weshalb sind wir an diesem Ort mit einem nicht gerade berauschenden Namen gelandet?

Hermanus gilt weltweit als der beste Ort, an dem man von Land aus Wale beobachten kann. 

Nun habe ich das schon von etlichen Orten gelesen und traue solchen Versprechungen nicht mehr unbedingt. 

Und ich habe auch schon an noch mehr Orten nur deshalb ausgeharrt, weil mir die Einheimischen erzählt haben: "You have to stay here! The whales will come tomorrow ... the day after tomorrow ... in a few days!"

Ich bin daher etwas verhalten nach Hermanus gefahren. Und wurde vollkommen überrascht!

Schon an unserem ersten Tag sprangen sie schwuppdiwupp aus dem Wasser! Meiner Meinung nach natürlich mir zu Ehren, weil sie sich so freuten, dass ich es nach all den Jahren geschafft habe, sie endlich einmal in freier Natur zu sehen :)


Täglich laufe ich zum Cliff hinunter, um zu schauen, ob sie auch wirklich noch da sind. Dabei muss ich mir gar keine Sorgen machen. Jeden Tag sind wieder da und begrüßen mich mit Sprüngen und winkenden Fluken. 

Nun bin ich tendenziell ja recht leicht zu begeistern, aber nun mal ehrlich! Wärt ihr das nicht?

Teilweise ziehen sie sehr nah am Ufer vorbei, manchmal in nur 5 - 10 Metern Entfernung. Unglaublich!


Trotz der guten Sicht vom Ufer aus, haben wir auch noch eine Whale watching Tour unternommen. Und das war auch gut so! Denn auf dem Wasser stellt man erst einmal fest, wie viele Tiere eigentlich in der Bucht sind. Im Moment schätzungsweise 70!

Die Fahrt ist allerdings nur etwas für "seefeste" Leute. 

"The Oceans goes humpy and dumpy," warnte uns der Skipper zur Begrüßung. "But the whales loves it!"


Und wie sie es lieben! Und ich erst :))



Also ... lange Rede, kurzer Sinn! Glaubt mir und nicht irgendwelchen Werbebroschüren anderer Orte! 

Wenn ihr in eurem Leben jemals Wale in großer Anzahl vom Strand (!) oder von einem Cliff aus beobachten wollte, kommt nach Hermanus. The place to be! Jedenfalls für mich :)

Aus unserer geplanten 1 Übernachtung sind daher inzwischen auch schon 4 geworden ... 

Wenn man nicht so närrisch ist, wie ich es bin, kann man Hermanus übrigens auch gut als Tagesausflug von Kapstadt machen. Allerdings benötigt man dafür ein Auto, sonst schafft man es zeitlich nicht.

Ich weiß nicht, was ihr gerade macht, aber ratet mal, was ich jetzt tun werde?

Richtig! Ab zum Cliff und den Walen Guten Tag sagen :)


Dienstag, 9. September 2014

Afrika?

Schrieb ich hier, dass mir Kapstadt zu europäisch ist?

Ich nehme alles zurück :)

Heute sind wir mit dem Bus nach Stellenbosch gefahren. Wir bleiben 2 Nächte hier, da ich morgen eine Tour durch verschiedene Weingüter machen möchte und etwas Sorge habe, abends den Weg nach Kapstadt nicht zurück zu finden ;).

Was soll ich zu Stellenbosch schreiben?

Die Stadt ist wirklich schick und wunderschön! Sehr sauber und sehr gepflegt, aber mal ehrlich ... sieht es hier aus wie in Afrika?




Ich finde nicht und fühle mich hier gerade etwas fehl am Platz ...

Montag, 8. September 2014

Besuch bei den Pinguinen in Simon's Town

Heute waren wir in Simon's Town, einem kleinen Ort in der False Bay östlich von Kapstadt.

Bekannt ist Simon's Town durch die Pinguine, die sich am Boulders Beach aufhalten. 

Den einen Freud ist des anderen Leid :)

Was uns Touristen in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt, ist für die Anwohner inzwischen eine kleine Plage, denn die Tiere dringen immer mehr in die Gärten der Bewohner von Simon's Town vor.

Mir ist das ehrlich gesagt ziemlich schnuppe, ich fand den Tag einfach herrlich und schicke hiermit mal eine klitzekleine Auswahl unserer Fotos in die Welt :)
















Simon's Town ist übrigens sehr gut mit der Bahn von Kapstadt aus zu erreichen. Die Fahrt mit der Metro dauert ca. 75 Minuten und führt ab Muizenberg direkt am Meer entlang. Man kann also auch gut in Kapstadt mit seinem Badehandtuch in die Bahn einsteigen und sich einen flotten Tag am Strand machen :)

Sofern man einen Platz in der Bahn erwischt, dessen Fenster nicht mit Graffiti beschmiert ist, entpuppt sich die Bahnfahrt denn auch noch als wahre Panoramstecke!

Von mir "Highly recommended!"

Jedes Guesthouse und jedes Reisebüro hat die Fahrt zu den Pinguinen "organisiert" im Angebot. Diese kostet dann um und bei 600 Rand (ca. 43 Euro) pro Person.

Die Bahnfahrt hat 30 Rand (ca. 2,15 Euro) pro Person gekostet ...





Sonntag, 7. September 2014

Kontrastprogramm par excellence

Was machen ca. 95 % aller Touristen in Kapstadt? Nachdem sie hierher geflogen sind, um an der V & A Waterfront zu shoppen? Und sofern das Wetter es zulässt?

Richtig!

Sie klettern oder fahren mit der Seilbahn auf den Tafelberg! Dieser Berg ist so präsent, selbst mich zieht er inzwischen in die Höhe :)!


Also haben auch wir ihm heute einen Besuch abgestattet:






Vorher aber waren wir in Imiziamo Yethu, einem Township ungefähr  15 km von Kapstadt entfernt. Imiziamo Yethu heiß übersetzt "wir werden es schaffen" ... Gibt es einen besseren Begriff für Hoffnung und Lebensmut?

Wir haben eine Tour durch das Viertel gemacht und waren schwer beeindruckt.

War jemand schon mal in einem Township? Oder einem Slum?

Für uns Außenstehende sieht das ja erst einmal alles furchtbar und bemitleidenswert aus.


Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute nach unseren Maßstäben "unglücklich" sind.

Die Wege waren voll mit Menschen und es herrschte eine lockere Stimmung. Gesabbel her, Gesabbel da, Kinder mittenmang!

Sowohl die Frauen als auch die Männer waren teilweise sehr schick zurecht gemacht (Sonntag ist Kirchentag!) und wir wurden freundlich begrüßt, aufgefordert, Fotos zu machen und in die Häuser eingeladen.


Mir ist so etwas ja tendenziell unangenehm ... Aber ich habe mir 2 Häuser / Hütten angeschaut und war ehrlich gesagt sehr überrascht, wie ordentlich und sauber alles war. Der Schein von außen trügt, wie meine Oma immer zu sagen pflegte :)

Kenny war ein guter Führer für uns und ist anscheinend auch sehr guter Führer für seine Community.

Es leben (und lieben) knapp 25.000 Menschen in 4.000 Hütten (inzwischen teilweise auch Steinhäusern) und es wird viel getan.

Es gibt einen Kindergarten,


2 Schulen und ein Community-Center, in dem die Leute dieses Viertels kostenfrei Computer nutzen können.

Gerade wird eine Sporthalle gebaut, damit die Kids nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn ihre Eltern 14 Stunden unterwegs sind, um Geld zu verdienen.

Und inzwischen wird Imiziamo Yethu sogar von MyCiti aus Kapstadt angefahren.

Dem Staat bleibt wohl auch nichts anderes mehr übrig ... Wer sollte denn sonst wohl die Pferde der Europäer pflegen, die Touris bedienen und die Guesthäuser sauber machen?

Puh! Das war böse, Sabine!

Aber es ist doch wahr!

Kenny hat mir erlaubt, seine Email-Adresse kennytworke@gmail.com zu posten, um ein bisschen Werbung für seine Community und das Projekt little lamp zu machen, welches von einer deutschen Frau ins Leben gerufen wurde. Schreibt ihn gerne an, wenn ihr Fragen habt!

Zurück zum Leben in Imiziamo Yethu ...

Es sieht zwar nicht aus wie in Hanburg Winterhude, aber es gibt ...

eine Tankstelle und Autowaschanlage:



diverse Supermärkte:




 etliche Friseure:



mehrere Kirchen:


 einen Schuster:


und Regeln für den Umgang miteinander:




Ich will allerdings nicht verschweigen, dass es auch eine andere Seite im Township gibt. Typen, die morgens um 10:00 Uhr schon mit harten Getränken an der Ecke lungern, 13-jährige Mädchen mit dicken Bäuchen, Dreck und Abfall und Kinder mit triefenden Rotznasen ... 

Wenn ihr die Gelegenheit habt, einmal eine Township-Tour mitzumachen, nutzt sie. Achtet aber bitte darauf, dass das Geld, das ihr für die Führung zahlt, auch wirklich in der Community bleibt und nicht bei irgendwelchen Reiseveranstaltern in der Kasse landet :)

Nach unserer Township-Tour sind wir nach Camps Bay gefahren.

Und das war dann wieder eine ganz andere Welt!

Ferraris, Porsches und Harleys brausen die Strandpromenade entlang und in den Restaurants wird Champagner zum Mittagessen geordert.

Schon schräg, wenn man bedenkt, dass es eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt, Familien gibt, die keinen Strom und kein fließendes Wasser haben und sich mit 3 anderen Familien eine Toilette und Dusche teilen müssen ...

Aber Camps Bay ist ein wirklich schöner Badeort, in dem man gut einen Tag abhängen und großartige Sandwiches verspeisen kann :). 


Und das alles im Schatten des Tafelberges ...



Erreichen könnte ihr Camps Bay übrigens sehr gut mit MyCiti, der Busgesellschaft in Kapstadt. 

MyCiti fährt viele der Strandorte auf der Seite des Pazifischen Ozeans an. Zudem ist sie sicher und fährt nach Fahrplan. Das erspart euch abenteuerliche Fahrten mit den Minibussen, bei denen ihr nicht wisst, wann sie abfahren und mit denen ihr ewig lange unterwegs seid, weil diese überall auf Zuruf anhalten.