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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Volunteer in Coffee Bay

Fast alle unsere Unterkünfte haben Hilfsprojekte in Südafrika gestartet. Die Urlauber werden gebeten, dem Land etwas zurück zu geben und Projekte zu unterstützen. So kann man - wenn man denn möchte - Toiletten für Schulen ausheben, Häuser bauen, Gärten anlegen oder einfach Hefte und Stifte für bestimmte Schulen kaufen.

Mich persönlich hat dieses am meisten begeistert:


Ich habe Will zufällig in der Bar im Coffee Shack kennen gelernt und bin am nächsten Tag mit einem seiner Leute in das Dorf oberhalb von Coffee Bay gefahren, um mir seine Arbeit anzuschauen.

Südafrika hat eine Aidsrate von ca. 25 %, fast ein Drittel aller Schulmädchen ist HIV-positiv.

Viele Kinder haben ihre Eltern durch Aids verloren und sind somit auf sich selbst gestellt. Was bleibt ihnen? Betteln, Überfälle, Prostitution ...

Und hier kommt Will und seine Stiftung ins Spiel.

Er und seine Leute bieten den Waisenkindern (aber auch allen anderen, die Hilfe benötigen) Hilfe zur Selbsthilfe an. Sie werden aufgenommen und lernen - für uns selbstverständliche - Dinge. Hygiene, Bildung, Kuscheleinheiten, Gartenarbeiten, damit sie sich irgendwann selbst versorgen können.

Für mich war ein Platz voller Liebe und Herzensengagement. Ich war und bin ganz verliebt in die Typen!






Wenn ihr also euer Weihnachtsgeld statt für teure Geschenke für sinnvolle Sachen ausgeben wollt :), guckt auf die Seite von Will und spendet ein wenig. Glaubt mir, das Geld kommt dort an, wo es wirklich dringend benötigt wird ...

Und wenn ihr überlegt, Volunteer-Arbeit in Afrika zu machen und nicht 1.000 Euro für irgendwelche 2 Wochen-Projekte verschleudern wollt, könnt ihr euch ebenfalls bei Will melden. Ein Tag dort kostet 150,00 Rd für euch und beinhaltet 3 (Bio)-Mahlzeiten aus dem eigenen Garten und die Unterkunft mit Blick auf die Transkei.


75 Rd. werden für's Essen einbehalten, 75 Rd. gehen direkt in die Projekte. Und es gibt viel zu tun ...

Ich frage mich sowieso, was Südafrika mit all den Kindern machen will. Die Arbeitslosenquote liegt im Durchschnitt bei 25 %, an der Wild Coast allerdings bei 85 %. Das durchschnittlich Alter für das erste Kind liegt bei 14 Jahren und jede Frau bringt ungefähr 5 Kinder zu Welt ...

Das Land ist auf NGO-Programme angewiesen, denn der Regierung ist es mehr oder weniger egal. Es gibt kein Geld für Krankenhäuser, es gibt kein Geld für Schulen, es gibt kein Geld für Wasser und Elektrizität. Was ich persönlich ein wenig supoptimal finde, denn die meisten Wähler für die ANC kommen halt immer noch aus der Transkei ...


Sonntag, 5. Oktober 2014

Relaxte Tage in Coffee Bay

Wir haben uns in den Drakensbergen dazu entschlossen, noch ein paar Tage in Coffee Bay zu genießen, bevor wir unsere restliche Zeit im Krüger verbringen möchten. 

Ob das klappt, wissen wir allerdings noch nicht. Um eine Buchung vornehmen zu können, benötigen wir erst einmal eine einigermaßen stabile Internetverbindung. Davon sind wir leider weit entfernt! 

Außerdem heißt eine Buchung in Afrika auch nicht unbedingt, dass diese Buchung dann auch Bestand hat und man wirklich übernachten kann. Kunde droht mit Auftrag würde ich das in Deutschland nennen ... Was ich hier in den 5 Wochen Afrika erlebt habe, habe ich in 23 Jahren Asien nicht erlebt.

Coffee Bay ist nicht nur klein, Coffee Bay ist auch sehr afrikanisch. 




Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemandem in Kapstadt bewusst ist, wie die Leute hier leben und improvisieren.


Hannah und ich haben uns ziemlich schnell angepasst und wohnen ebenfalls sehr afrikanisch mit Ziegen im Garten und Kühen vor dem Gatter. 



Unser Haus liegt etwas abseits von unserer eigentlichen Unterkunft. 

Um ins Restaurant oder halt auf die andere Seite des Dorfes zu gelangen, müssen wir daher jedes Mal einen Fluss durchwaten. Zusammen mit Kühen, Pferden, Ziegen und vollbeladenen Pick-ups.

An manchen Tagen ist das Wasser schön flach, an manchen allerdings standen wir auch schon urplötzlich bis zu den Oberschenkeln im Wasser ... 




Die Küste ist traumhaft schön.




Die Strände allerdings weniger. Kein Vergleich mehr mit der Gardenroute und den sauberen Stränden dort. Hier liegt viel Müll und Plastik und die Tiere liegen auch gerne mal Strand rum. 



Wir nehmen meistens die Hunde aus dem Coffee Shack mit, wenn wir an den Strand gehen. Ich gehe mal davon aus, dass uns hier nichts passieren kann (aber das habe ich am Myoli Beach ja auch gedacht), aber sicher ist sicher. 

Ansonsten gibt es zu Coffee Bay auch nicht viel zu schreiben. 

Täglich müssen wir als Fotomodelle für afrikanische Frauen herhalten, die sich gickelnd neben uns den Sand schmeißen und um ein gemeinsames Foto bitten.

Abends sitzen wir am Feuer, unterhalten uns mit den Leuten und hören aus der Ferne Trommelgeräusche. 

Und morgens stehen wir halt früh auf und lassen dann das Leben erneut auf uns regnen :)



Freitag, 3. Oktober 2014

Coffee Bay

Wahrscheinlich denkt ihr, ich habe bereits jetzt keine Lust mehr, meinen Blog fortzuführen ...

Weit gefehlt ... Ich habe viel zu schreiben, leider aber kaum noch funktionierendes Internet zur Verfügung.

Ich habe viele Posts vorgeschrieben, bis ich diese alle hochgeladen bekomme, bin ich wahrscheinlich schon in Nepal ;).

Wir sind inzwischen in Coffee Bay gelandet. Coffee Bay ist ein kleines Dörfchen an der Wild Coast.

Wir leben sehr afrikanisch mit Ziegen im Garten (und Pferden vor dem Garten) und uns gefällt es hier sehr gut.

Ich würde euch gerne ein paar Fotos mitschicken, aber das Hochladen dauert ewig. Allein für diese paar Sätze habe ich fast 1 Stunde gebraucht.

Also daher heute nur eine kurze Info, dass es uns gut geht. Nach meinem letzten Durban-Post haben sich ja einige Leute schon Sorgen gemacht, dass wir nichts von uns hören lassen :).