Samstag, 18. Oktober 2014

Bhaktapur

"Gäbe es nichts anderes in Nepal, ausgenommen dem Bhaktapur Durbar Square, wäre sein Anblick es immer noch mehr als wert die halbe Welt zu umreisen."

Diesen Satz habe ich aus dem Buch "Das letzte Zuhause von Geheimnis" aus dem Jahre 1929 von Edward Alexander Powell geklaut ... Aber er passte gerade so gut :)

Bhaktapur besteht seit dem 9. Jahrhundert und ist die wohl best erhaltendste mittelalterliche Stadt in Nepal. In den 90ern erlebt der Durbar Square (Königspalast-Platz) ein glanzvolles Comeback als Kulisse von "Little Buddha". Außerdem ist die Stadt Weltkulturerbe der Unesco.

Nepal erkannte ziemlich schnell, dass sich aus diesen beiden Geschichten schnell viel Geld machen lässt und verlangt jetzt Eintritt für den Besuch in Bhaktapur. Und nicht zu wenig! Ich bin fast umgefallen, als wir pro Person 1.500,00 (!) Rupien bezahlen sollten. Handeln war zwecklos. "It's a fixed price!"

Das Geld wird für den Erhalt der alten Häuser und die Restaurierung der Tempel aufgewendet. Außerdem ist die Stadt inzwischen größtenteils Fußgängerzone. Man muss also nicht andauernd Mopedfahrern ausweichen, sondern kann in Ruhe durch die Gassen schlendern.





Und ja, es ist schön! Sehr schön sogar! Für mich eine Stadt, die mit sich im Reinen ist und den ganzen Trubel Trubel sein lässt.




In den Straßen und auf den diversen Plätzen herrschte buntes Treiben. Viele Touristen, aber auch die Bewohner der Stadt haben den Samstag (in Nepal unseren Sonntag) genossen.


Überall Gläubige, die die Tempel besuchten und ihre Pujas verrichteten. Auf der Straße hockende Bauern, die Gemüse aus Körben anbieten und Frauen, die ihre Wäsche an öffentlichen Plätzen waschen. Dazu noch ein paar Leute, die Reis dreschen (heißt das so??) und jede Menge selbsternannter "Führer", die einem die Stadt zeigen und erklären wollen.




Normalerweise nehme ich solche Angebote ja gerne an, weil ich der Meinung bin, dass man durch mündliche Erklärungen von den Bewohnern einfach mehr über einen Ort erfährt, als wenn man alleine in einem Reiseführer herumblättert.

Heute war das leider nicht drinne. 

Nach dem horrenden (und wie ich finde wirklich schon unverschämten Eintrittspreis) war ein Fremdenführer nicht mehr zu bezahlen, genau so wenig wie ein Wasser oder eine Cola. Alles Geld innerhalb von 5 Minuten aufgebraucht ...

Zum Vergleich: Für 1.500,00 Rupien bekommt man ein Doppelzimmer mit privatem Badezimmer ...

Wir haben natürlich trotzdem mit den Leuten gesabbelt und dabei habe ich erfahren, dass die Deutschen in Bhaktapur ganz hoch angesehen sind.

Warum? Weil wir (damals noch unter der Regierung von Helmut Kohl) ein langfristiges Restaurierungs- und Sanierungsprogamm in Bhaktapur finanzieren. 

Ich sage doch immer wieder: Reisen bildet!

Aber wichtiger sind für mich ja immer die kleinen Anekdoten am Rande. So habe ich mich zum Beispiel längere Zeit mit einem Typen über unsere beiden sehr unterschiedlichen Leben unterhalten  

Ich erzählte ein wenig von meinem Leben (Job, 5-Tage-Woche, Kids, Wohnung, Haustiere etc.) und er erzählte ebenfalls. 

Er arbeitet, wenn es einen Job gibt und lebt mit seinem Bruder, seiner Frau und 2 kleinen Kindern in einem Raum. Außerdem gehört seine Mutter noch zu seinem Haushalt. Und nun kommts:

"She is very very very old! She will be 50 next year!" Dazu dieses schöne Kopfwackeln.

Hannah ist fast zusammengebrochen und ich habe ihm nicht erzählt, dass ich nächstes Jahr auch 50 werde ;).

Sollte es euch irgendwann mal nach Nepal verschlagen, nutzt die Zeit und besucht Bhaktapur. Bhaktapur ist von Kathmandu einfach mit dem Bus zu erreichen. Dauert ca. 1 Stunde und kostet 30 Rupien.

Wir hatten leider zu wenig Zeit. Aber wer weiß, vielleicht verbringe ich noch einmal eine Nacht an diesem schönen Ort. Einer unserer Führer hat uns nämlich erzählt, dass wir das 1.500,00 Rupien-Ticket mit einem Passbild und unter Vorlage unseres Reisepasses für die Dauer unseres Visums verlängern können. 

Hätte uns die Tante an der Eintrittskasse ja auch mal erzählen können, oder? Dann hätte ich mich wahrscheinlich auch nicht so über den Eintrittspreis echauffiert :)





Freitag, 17. Oktober 2014

Grüße aus Kathmandu

Wir sind seit gestern abend in Nepal!

Ich habe uns für die ersten Nächte mitten im Touriviertel in Thamel eingebucht, damit wir hier ein paar Infos über Trekkingtouren, Busverbindungen und sonstige Notwendigkeiten erhalten, die wir zum Weiterreisen benötigen.

Wir müssen in Nepal unser Visum für Indien beantragen, dieses dauert nach Auskunft unseres Vermieters ca. 7 Tage. Eigentlich wollten wir das heute morgen schon erledigt haben, aufgrund der Zeitverschiebung und der fast 24stündigen Reise hierher haben wir aber erst einmal schön verschlafen ...

Außerdem sind wir am Überlegen, ob wir vielleicht doch noch für 1 Woche nach Tibet gehen. Dieses hängt aber von der Dauer der Visabeschaffung für China ab. Manche Leute sagen uns 1 Woche, andere Leute sagen uns 2 Wochen. Bei der 2-Wochen-Variante müssen wir unseren Pass angeblich nicht hinterlegen, sondern in diesem Fall würde eine Passkopie reichen. Das Visum soll dann an der Grenze hinterlegt sein ... Würde von der Zeit her natürlich besser passen, weil wir dann in der Zwischenzeit das Indien-Visum klarmachen könnten.

Aber das müssen wir alles klären ... und außerdem ganz viel shoppen :)

Taschen, Portemonnaies, Pumphosen, Ketten, Gebetsfahnen, Bücher, Armreifen, Daunenjacken, Mützen, Kleidchen and much more :)

Kleiner Scherz ... wir kaufen natürlich nicht zu viel, unsere Rucksäcke sind sowieso viel zu schwer. Einige Sachen von uns werden wir von hier aus auch zurück nach Hause schicken. 

Eigentlich hatten wir das schon in Südafrika vor. Ging aber leider nicht, da dort seit über 2 Monaten die Post streikt. 

Haben wir leider erst 1 Tag vor Abflug erfahren, wundert euch also nicht, falls meine Postkarten aus Südafrika nicht ankommen.

So, dieses in Kürze!

Weitere Eindrücke folgen die Tage!

Lasst es euch gut gehen und passt auf euch auf!


Dienstag, 14. Oktober 2014

Blyde River Canyon

Ein Besuch des Blyde River Canyons stand schon seit langem auf meiner Bucket-List.

Heute habe ich es endlich geschafft! 

In meiner (wohl etwas naiven) Vorstellung stand ich vor diesem grandiosen Panorama bei strahlendem Sonnenschein und sah gut erholt aus :).



Leider hat das Wetter nicht mitgespielt und ich war nach 3 Tagen Zelten im Krüger Nationalpark vollkommen übernächtigt ...

Ich habe den Platz dennoch morgens um 8:00 Uhr bei ca. 7 Grad Lufttemperatur als besonders empfunden :)





Amazing Krüger

Auf den letzten Drücker hat unsere Buchung für den Krüger dann doch noch geklappt!

Und es war soooooo geil!

Wir mussten zwar jeden Morgen um 4:30 Uhr in Eiseskälte aufstehen (bin vollkommen fertig und brauch dringend Urlaub *lachschlapp*), aber es war einfach der Hammer!

Tolle Natur, obwohl hier immer noch kein Regen gefallen ist.


Überall Elefanten, Elefanten überall :) 

Der kleine war nach Aussage unseres Rangers nicht älter als 3 - 4 Wochen. Er konnte noch gar nicht richtig laufen, sondern wankte und schwankte immer hin und her. Die Tanten hinter ihm mussten ihn immer wieder mit ihren Rüsseln "Hilfestellung" geben und ihn wieder in die richtige Position bringen. Eine unglaubliche und liebevolle Szene!

Klar, dass ich gerührt war, oder?










Und dann die ganzen Hippos! 

Wenn man sie so ruhig am Wasser stehen oder im Wasser liegen sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass sie zu den gefährlichsten und angriffslustigsten Tieren zählen. Sie haben keine natürlichen Feinde. Können sie natürlich einen auf Macker machen!

Nicht einmal die Löwen trauen sich an sie heran. Die Katzen versuchen höchstens mal ein Babyhippo zu erwischen, was aber seltenst gelingt, da auch die Hippos - wie die Elefanten - in großen Familienbänden zusammenleben und die Jungen gemeinsam schützen. 




Wusstet ihr übrigens, dass Hippos sich unterhalten? 

Ich wusste das bisher nicht. Kingt wie lautes Schweinegrunzen. Einer "fragt" etwas, zwei oder drei andere "antworten". Für mich als Mensch klang das wirklich wie eine Unterhaltung! 


Hannah's Herz blieb fast stehen, als sie endlich ihre über alles geliebten Löwen entdeckte.


Ehrlich gesagt hatten wir gar nicht damit gerechnet, da sie schon schwer zu finden sein sollen.



Wir sind halt Glückskinder, sag ich doch immer wieder :)



Und als absolutes Higlight ein riesiger Gepard


und schwarze Rhinos.


Von den schwarzen Rhinos leben nur noch 600 Stück im südlichen Afrika. Grund hierfür ist die immense Wilderei. Ein Kilogramm Horn ist teurer als Gold, Platin und Cocain zusammen und wird mit ca. 32.000,00 Euro beziffert.

Und die Nachfrage nach Rhino-Horn ist groß! 

Insbesondere bei den Chinesen und Vietnamesen, die leider immer noch meinen, dass sie dadurch länger und ausdauernder ihre Frauen beglücken können.

Im Krüger werden jeden Tag mindestens 2 Rhinos gewildert (nicht nur die schwarzen, auch die weißen). Seit 2009 hat der Park 3.000 Tiere verloren und auch mit "Wachdiensten" ist dem leider kein Einhalt zu gebieten. Die Wilderer kommen über die Grenze von Mozambique und scheren sich einen Dreck um die Hilfsmaßnahmen, die in Südafrika zum Schutz der Rhinos unternommen werden.

Der Krüger war definitiv mein absolutes Highligt in Südafrika,







auch wenn unsere Unterkunft bei weitem nicht so nobel wie im Amakhala war ;).


Und so glücklich und zufrieden sahen wir am Abend des ersten Tages aus!

Bine und Hannah im Glück :)


PS: Keine Ahnung, warum die Bilder mal zentriert und mal am Rand erscheinen ... Ich hab mein Bestes versucht, sie zu formatieren :) Stört euch einfach nicht dran!

Freitag, 10. Oktober 2014

Rassismus und Korruption in Südafrika

Wie jeder weiß, ist das Apartheid-Regime seit 20 Jahren in Südafrika Geschichte.

Und? Hat sich was geändert?

Nicht wirklich, wie ich durch viele Gespräche erfahren habe.

Größtenteils gilt immer noch ein Prinzip! Schwarz gegen Weiß und Weiß gegen Schwarz und auch Schwarz gegen Schwarz!

Nun steht es mir mit Sicherheit nicht zu, über dieses Thema irgendein Urteil abzugeben oder dieses gar zu bewerten.

Aber es ist wie es ist und ich finde, es ist auch einmal notwendig darüber offen und ehrlich zu schreiben.

Größtenteils sieht es so aus:

Die weißen Bürger der Elite des Landes haben immer noch das Geld und können sich demnach in ihren Villen hinter Elektrozäunen und mit Sicherheitspersonal verschanzen. 

Wenn man als weißer Mensch aber nicht in dieser Geldliga mitspielt und sich beispielsweise als Dachdecker selbständig machen möchte, muss man sich in einer Warteliste eintragen, um ein "Permit" zu bekommen. Da diese Permits nach Hautfarbe ausgestellt werden, hängen diese nicht gestopften weißen Leute ganz am Ende der Warteschleife, können halt nicht in ihrem Beruf arbeiten und müssen sich mit Hilfsjobs über Wasser halten.

Sorgt für ein bisschen Unmut ...

Wenn man als schwarzer Mann vorne in der Warteschlänge hängt und endlich ein Permit als Dachdecker erhält, heißt das nicht unbedingt, dass man auch Aufträge bekommt. Die wenigsten schwarzen Leute können einen Handwerker bezahlen und flicken sich ihre Unterkünfte mehr oder weniger selbst zusammen. Von den weißen Leuten erhält der schwarze Dachdecker aber ebenfalls keine Aufträge. Weiße Leute suchen sich die verbliebenen weißen Dachdecker aus.

Sorgt ebenfalls für ein bisschen Unmut ...

Und wenn nun der schwarze Dachdecker, der ja ebenfalls seine Familie ernähren muss, sich auch Hilfsjobs sucht (und definitiv keinen Job in der Tourismusbranche erhält), sich diese restlichen Jobs mit Leuten aus dem Senegal, Kamerun oder Äthopien teilen muss, sorgt das ebenfalls für Unmut ....

Eigentlich sind also alle unzufrieden! Ausgenommen die weißen Leute in der Capetown-Region und in Stellenbosch :)

Ich kann das nur mit einem Smiley hinterlegen, da mich dieses Thema sehr beschäftigt. Und ich als Außenstehende vermute ganz stark, dass das Thema Kriminalität und Rassismus in den nächsten Jahren in Südafrika noch immens steigen wird.

Ich habe von etlichen Weißen gehört: "Kaffer! Die kriegen es nie auf die Reihe! Guck sie dir doch an! Im Grunde genommen sind sie faul und wollen nur schlafen und saufen!"

Ich habe von etlichen Schwarzen gehört: " Wir hassen die Weißen! Immer noch! Ich bin so erzogen! Und glaube mir, vor 10 Jahren hätte ich mich nicht mal mit dir unterhalten! Bloody Capetown-Chicks!"

Ich habe außerdem von etlichen Schwarzen gehört: "Wir wollen die Afrikaner (Senegal etc.) nicht in unserem Land haben! Wir haben selber nichts! Scheiß auf Black Brother!"

Und gerade heute habe ich einen Artikel in einer Zeitung überflogen, wonach es "weißen" Leuten verboten ist, zu betteln. Wohlgemerkt, nur den weißen ...

Tja, und nun? 

Ist die Vision von Nelson Mandela gescheitert? Den sie im übrigen alle lieben, sowohl schwarz als auch weiß?

Ich hoffe nicht! Das Ende der Rassentrennung ist erst eine Generation her ... 

Aber ich habe ein bisschen Sorge, dass die Südafrikaner auf einem Pulverfass der Gegebenheiten, Arbeitslosigkeit, Formalien und auch der Gefühle sitzen. Und das dieses von vielen Leuten einfach nicht wahrgenommen werden will. Insbesondere von der Regierung, über die alle schimpfen. Da sind schwarz und weiß sich total einig :) Es gibt anscheinend eine immense Korruption und das schließt sowohl die kleinsten Beamten als auch die höchsten Regierungsträger ein ... 

Drückt die Daumen, dass Mandelas Vision nicht scheitert ... 

Das "Vorzeigemodell" - wie Südafrika oft in der Vergangenheit beschrieben wurde - gibt es meiner Meinung nach allerdings nicht mehr.








Sicherheit in Südafrika


Ich halte mich nicht für ängstlich und wer mich kennt, wird wahrscheinlich bestätigen, dass ich auch nicht unter Verfolgungswahn leide!

Ich möchte dennoch einmal kurz etwas zu dem Thema "Sicherheit" in diesem Land schreiben.

Ich bin viel gereist und ich habe mich bisher - außer auf Jamaica - in keinem anderen Land so unsicher beim Reisen gefühlt wie in Südafrika!

Und ich bin damit nicht alleine …

Ich habe mich mit schwarzen und weißen Südafrikanern und mit Frauen und Männern aus aller Herren Länder unterhalten.

Immer - und wirklich immer! - kam ganz schnell das Thema Sicherheit zur Sprache.

Südafrika hat die zweithöchste Kriminalitätsrate der Welt (nach Kolumbien), insbesondere in den Bereichen Mord, Schussverletzungen, Totschlag, Vergewaltigung, Körperverletzung und Raubüberfällen.

Und nach Auskunft einer südafrikanischen (schwarzen) Frau hält sie diese - nun wahrlich nicht berauschende - Quote noch für geschönt.

"Most of the south-african people don’t go to the police if they get ropped or rapped! You waste your time!"

Wollt ihr ein paar Beispiele hören?

Eine südafrikanische schwarze Frau berichtete mir, dass sie mit ihrem deutschen weißen Freund am frühen Abend mitten in der Stadt in Durban überfallen wurde. Sie waren essen und sind mit einem Taxi zurück nach Hause gefahren. “Never walk alone on the streets after dark!”

Sie hatte das Geld bei sich im BH verstaut, ihr Freund hatte nur ein wenig Taxigeld in der Hosentasche. Sie hatten also weder Handtasche noch Rucksack dabei, woraus man hätte schließen können, dass sie Wertgegenstände bei sich tragen.

Als sie aus dem Taxi stiegen, wurden sie von ein paar Typen umringt. Sie wurde beiseite geschoben, ihrem Freund wurde dafür gleich die Knarre an den Kopf gehalten ...

Die Beziehung hat übrigens nicht lange danach geendet. Er konnte und wollte nicht mehr in einem Land wohnen, in dem man sich nicht frei bewegen kann.

2 israelische Frauen berichteten von einem fingierten Verkehrsunfall in Port St. Johns. Bei Ankunft in dieser kleinen Stadt wurden sie von einem Afrikaner “gestreift”. Der Mietwagen war weiterhin fahrbereit, aber natürlich mussten sie den Unfall bei der Polizei melden. Das hat 2 Tage gedauert und etliches an “Bearbeitungsgebühr” für die Polizisten gekostet.

Marco aus Johannesburg wurde für eine Nacht willkürlich in einem Gefängnis festgehalten. Sein Freund war wegen angeblicher Trunkenheit am Steuer von einem Polizisten angehalten worden. Als Marco eine Diskussion mit dem Polizisten anfing, haben sie ihn gleich mitgenommen und in eine Zelle mit 40 weiteren Leuten gesteckt. Darunter waren Schwerstverbrecher wie Mörder und Brandstifter, die es natürlich auch ziemlich lustig fanden, dem weißen Mann noch ein wenig mehr Angst einzujagen ...

"Talk to the police? Never again!"

2 Schwedinnen wurden direkt nach der Ankunft in Johannesburg am Flughafen (!) am Taxistand ausgeraubt. Alles weg ... Und niemand hilft!

Piet ist 10 Monate alleine mit einem Fahrrad durch Afrika gereist. Ratet, wo er überfallen und ausgeraubt wurde? Richtig ... in Südafrika!

Jonathan, ein Bär von einem Südafrikaner, erzählte mir, dass er nie mit Wertsachen aus dem Haus geht. Sein Smartphone liegt genau wie sein Geld im Safe. Geldautomaten benutzt er nur innerhalb der Banken und niemals auf der Straße. "You used an ATM at a petrol station? You are a lucky woman that nothing happened to you and your doughter!"

Die üblichen "normalen" Raubüberfälle führe ich hier jetzt nicht weiter auf. Das würde den Post sprengen, der wahrscheinlich sowieso schon viel zu lang geworden ist.

Drücken wir es mal so aus: Es gehört in Südafrika dazu, überfallen zu werden und das gilt für schwarz und weiß gleichermaßen. Wie meinte eine Südafrikanerin achselzuckend zu mir? "You get used to this!"

Jedes Guesthouse (mit Ausnahme in Sedgefield in unserer sicheren Area) hat uns mit Sicherheitstips ausgestattet.

“Don’t wear valuables!”
“Don’t wear juweleries!”
“If you want to join the beach, take the dogs with you!”
“Never walk on the streets after dark!”
“Be calm if something happened to you! You could be killed if they think you will fight against them!”
"If you go by car, lock the doors and close the windows! And if you had to stop on a redlight and something is unusual drive and don't stop!"
“Don’t use the blablabla-road!”
“Take a taxi! But don’t use a not registered taxi!” (Manchmal schon recht schwer zu erkennen ...)
“If possible, share a taxi with other people!”

Ich mag es nicht, so zu reisen! Ich mag es überhaupt nicht!

Ich mag es, abends am Strand zu sitzen und dort in einer Bar ein Sonnenuntergangsbier zu trinken. Kann man in Südafrika nicht! Es gibt nämlich keine Strandbars! Und es gibt keine Leute, die nach Einbruch der Dämmerung noch unterwegs sind.

Wenn ich abends feststelle, dass meine Zigaretten alle sind, möchte ich gerne zur nächsten nur 50 Meter entfernten Tankstelle gehen können, ohne den Sicherheitsmann des Guesthouses darum bitten zu müssen!

Ich finde es furchtbar, in den Backpackern und Hostels die ganze Zeit von mit Waffen oder Schlagstöcken bewaffneten Sicherheitsdiensten bewacht zu werden und meine Freizeit abends hinter Elektrozäunen verbringen zu müssen.

Wenn ich an einem Geldautomat Geld ziehe und neben mir ein Mensch mit einem Maschinengewehr steht, um sicherzustellen, dass ich nicht am Geldautomat überfallen werde, beruhigt mich das ehrlich gesagt auch nicht gerade ...

Man kann Südafrika sicherlich gut bereisen, wenn man eine organisierte Tour mit dem Bus durch's Land macht oder sich sogar (oh Gott, wie verwegen!) eine Trucktour aussucht. Dann bekommt man von dem oben beschriebenen und dem wahren südafrikanischen Leben allerdings sicherlich nicht viel mit und schwärmt zuhause von dem Land.

Und man kann sicherlich auch seinen Urlaub an den Stränden in Kapstadt verbringen, dort ein bisschen abhängen und surfen. Dann bekommt man von den Zuständen im Land auch nicht viel mit ...

Die Frage ist nur, wem hilft das? Und wem nützt das? Den Leuten, die auf der Straße betteln und sich ihr Essen aus den Mülltonnen oder den Müllbergen zusammen suchen sicherlich nicht ...


Was ist neben dem Rassimus, der Korruption und der Gewalt ein großes Thema in Südafrika?

Aids!

Ich bin viel gereist und habe mit vielen Menschen aller Nationen gesprochen. Das Thema "Sex" wurde dabei aber immer ein wenig ausgegrenzt, jedenfalls sofern man nicht gleich in die Kiste springen wollte :)

Hier ist das anders! Ganz anders!

Das Thema Sex ist durch das Thema Aids total präsent!

Es gibt in jeder Kneipe, in jedem Hostel und auch an den meisten Straßenecken kostenfreie Kondome. Sogar in den Townships! Die Hilfsorganisationen und Firmen überfluten das Land mit Gummis




und das wird anscheinend auch gut angenommen! 

(ACHTUNG! Empfindliche Leute schauen jetzt lieber weg und scrollen ganz schnell weiter...)


Nun kann man drüber denken, was man will, wenn man solche Bilder wie oben sieht, aber wisst ihr was?

ICH persönlich finde das großartig!

Ich finde es großartig, wenn die Leute hier ein wenig Verantwortung übernehmen! Und sei es nur beim Vögeln :)