Sonntag, 24. April 2011

Ankommen in Kuta

Dies ist ein Tagebucheintrag, der erst 2,5 Jahre nach dem eigentlichen Tag entsteht ...

Irgendwie haben ich den Eintrag vom 24.04.11 auf meinem Stick gestern abend (14.01.14) wohl gelöscht, auf jeden Fall ist er nicht mehr da ...

Also schreib ich mal schnell aus der Erinnerung auf, wie wir den Tag verbracht haben (und hoffe, ich kriege das einigermaßen zusammen).

Ich war morgens natürlich in Tränen aufgelöst, auch Hannah war nicht so cool wie sonst. Ich habe mich hinter meiner Sonnenbrille versteckt, sie sich hinter dem Reiseführer :)

Godem, der nette Taxifahrer, der immer bei uns am Eingang der Straße zum Guesthouse saß, hat uns abgeholt und nach Kuta gebracht. 

Hannah hatte eine Bungalowanlage aus dem Reiseführer rausgesucht, die wir erst einmal angefahren haben. War aber alles ausgebucht. Gleich um die Ecke gab es aber noch Platz für uns :) Ein bisschen größer als sonst auf dieser Tour (15 Zimmer), dafür aber mit verhältnismäßig viel Halligalli. Und wieder mit Pool! Ich werde noch zum Luxusweibchen! Und natürlich mit vielen Surfern ... schließlich waren wir in Kuta!

Die Anlage lag ein wenig außerhalb. "Außerhalb" bedeutet aber nicht jwd, sondern 3 Minuten zu Fuß zum Beach und 5 Minuten zur Partymeile. Und das war auch gut so ...

Nach der Ankunft in Kuta sind wir erst mal in ein nettes Warung bei uns in der Straße gegangen und haben uns den Bauch voll geschlagen. Keine Ahnung, weshalb wir so ausgehungert waren, aber wir waren es! Nachdem wir unseren Bungalow beziehen konnten, haben wir uns in unsere Strandklamotten geschmissen und selbigen gesucht (und gefunden!).

Ich hatte den Kuta-Beach gar nicht so nett in Erinnerung. Groß, breit, eine lang gezogene Bucht ... und Wellen! Und Liegen! Und jede Menge Leute! War ganz ungewohnt, so ein Remmidemmi mit westlichen Touristen um uns zu haben.

Wir haben uns erst einmal in die Fluten gestürzt und das Tourileben auf uns wirken lassen. Zum Sonnenuntergang füllte sich der Strand mit jeder Menge Balinesen (oder Javanesen?) und das hat uns dann ziemlich verwundert. Ein Menschenauflauf wie beim Hafengeburtstag! Wir waren ein wenig irritiert und sind dann auch ziemlich schnell nach dem Sunset zurück zu unserem Häuschen gegangen. Kurz geduscht und schick gemacht und dann waren wir im Zweifel auch noch irgendwo essen :)


Auf jeden Fall haben wir auf dem Rückweg zu unserem Bungalow noch einen Surfkurs für den nächsten Tag klar gemacht. 

Und das hat auch geklappt! Jedenfalls laut Tagebucheintrag vom 25.04.11, der zum Glück nicht gelöscht ist :)



Samstag, 23. April 2011

Mädelstag in Ubud

Ich werde noch zum Frühaufsteher, der frühe Vogel fängt den Wurm. Habe mir wieder den Wecker gestellt und bin kurz nach 6.00 Uhr aufgestanden. Hatte wieder wildeste Träume von allen möglichen Leuten, unter anderem auch von Elke, die meine Hilfe benötigte, die ich aber nicht erreicht habe. Weshalb und wieso sie meine Hilfe benötigte, bekomme ich nicht mehr zusammen, wohl aber, dass ich bei ihr vor der Tür in Gaggenau stand und sie mir die Tür nicht aufgemacht hat. 

Habe mich dann noch ins Laken gekuschelt (morgens ist es hier fast „frisch“, nur ca. 28 Grad) auf meine Bank auf meiner Veranda gekuschelt und den Sonnenaufgang beobachtet. War zwar wieder bewölkt und hat ein bisschen gedauert, bis die Sonne zum Vorschein kam, dann war es aber um so schöner. „Mein“ Berg war wunderbar zu sehen, dazu die ganzen Vögel, die zwitscherten und ansonsten nur ein bisschen Hahngeschrei und Beo-Gepfeife – ansonsten absolut still.

Gegen 7.00 Uhr habe ich mich dann auf den Weg zum Ubud Palace gemacht. Leider waren einige Teile noch geschlossen, so dass ich nur durch den „Park“ gehen konnte. Egal, dafür hatte ich den Palace für mich alleine ohne Massen von Chinesen, die mir immer – wie gestern – im Bild stehen.

Schön war, dass ich wieder einmal erleben durfte, wie Ubud zum Leben erwacht. Um diese Zeit sind überhaupt noch keine Touristen unterwegs, nur Balinesen. Auf Mopeds, in Bemos, auf Pick ups (okay, wenige!), beim Opfergaben darbieten, mit Körben auf dem Kopf, beim Einkaufen, beim Höfe fegen. Sehr schön und gerade dieses“Wisch Wisch-Geräusch“ beim Höfe fegen hat für mich schon fast ein wenig Spirituelles an sich. Vielleicht sollte ich meine Tage zukünftig auch so beginnen … Das Alte und den gestrigen Tag wegfegen, für den neuen Tag sauber- und Platz machen. Da würde Britta aber Augen machen, wenn ich auf einmal zur Putzfee am frühen Morgen mutiere.







Bin dann die Jelaban runtergegangen (Paralellstraße zur Monkey Forrest Street) und dort später irgendwann in eine Nebenstraße abgebogen. Diese wunderbare kleine Straße hat sich als unsere Straße beim Sportplatz herausgestellt. Was für eine nette Straße, was für nette Läden, was für nette Restaurants. Habe mir einen fantastischen Cafe Latte in einer kleinen Bäckerei gegönnt und Hannah und mir gleich noch ein paar Teilchen für den Pool mitgebracht.

"Zu Hause" mit Hannah gefrühstückt, gesabbelt und die Zeit miteinander genossen. Und später haben wir uns dann einen "Mädchentag" gegönnt. Wir haben uns einen kleinen "Wellnesstempel" gesucht und es uns richtig gut gehen lassen. 1,5 Stunden Massage, Pediküre, Maniküre, Hände schick, Füße schick, Haarpackungen ... das ganze Drum und Dran! Mache ich ja äußerst selten, da ich mein Geld in Hamburg ja eher zusammenhalte und für die nächste Reise spare :). Umso schöner, dass ich mir das heute mit Hannah gegönnt habe. Leichte Hintergrundmusik, Ingwertee, Dusche draußen unter'm Mangobaum ... HERRLICHST!

Später dann gepackt und noch noch einmal durch's Dorf gelaufen. Abendessen schon ritualmäßig bei Bendis, aber die Laughing Buddha Bar haben wir uns heute gespart. Auf dem Weg ins Dorf sprach uns ein junger Mann an und machte uns auf seine neue Bar aufmerksam. "CP-Lounge!" Da ich ja immer so schlecht nein sagen kann, hatten wir im versprochen, nach dem Essen bei ihm reinzuschauen. Und das hat sich wirklich gelohnt! Der Laden hat erst ein paar Tage auf (Beginn der Saison) und liegt leider auch etwas versteckt, so dass man nicht unbedingt drüber fällt.

Zuckersüße, freundliche und engagierte Leute und da wir quasi die einzigen Gäste waren, wurden wir wie Königinnen hofiert (lag es an unseren schönen Fingernägeln?) und hatten jede Menge nette Gespräche mit den Leuten. Ein rundum netter Abend, ich habe versprochen, die Adresse im Loose-Forum zu veröffentlichen und drücke den Jungs echt die Daumen, dass sich die Bar hält. Und wenn ich noch mal hierher fahren sollte, überprüfe ich das :).

Morgen fahren wir nach Kuta. Wir sind jetzt wieder im Guesthouse, haben schon gepackt und ich gebe mich meinem Abschiedsschmerz hin. Das wird sich in diesem Leben wohl auch nicht mehr ändern bei mir ... Andere Leute sind cool und gelassen, wenn sie sich verabschieden müssen, ich bin jedes Mal in Tränen aufgelöst. Naja, nicht unbedingt jedes Mal ... sagen wir in 90 % der Fälle :).




Schnapp mir jetzt gleich mein Buch und pack mich in mein wunderschönes Himmelbett.

Freitag, 22. April 2011

Tanah Lot und andere Erlebnisse

Heute war nichts mit schönem Sonnenaufgang. Um 6.15 Uhr war es dunkel und alles bewölkt. Also habe ich mich noch einmal ins Bett verkrochen, ein bisschen das nächste Treffen mit Thomas ausgemalt und weiter geschlafen.

Nach dem 2. Aufwachen habe mich dann ans Tagebuchschreiben gemacht und meine üblichen 4 Tee mit Milch und Zucker getrunken. Sehr entspannend und sehr meditativ. Hannah hat lange gepennt und eigentlich hatten wir uns vorgenommen, heute vormittag wieder unseren „Privat-Pool“ zu nutzen (in dem gestern abend tatsächlich ANDERE Leute waren – Frechheit ;)!) und nachmittags eine Tour nach Tanah Lot und zu zwei weiteren Tempeln hier in der Nähe zu machen.

Gegen 10.00 Uhr fing es allerdings an zu regnen. Der Himmel war dunkel, ein richtiges Gewitter kam aber nicht auf. Schade, hätte ich gerne von hier oben aus einmal beobachtet. Es platterte und platterte und irgendwie war absehbar, dass es morgens wohl auch nicht wieder aufklaren würde. So haben wir uns umentschlossen und entschieden, die Tour tagsüber zu machen und dann nachmittags oder am frühen Abend an den Pool zu gehen.

Zum Glück ist es in Ubud ja kein Problem, einen Taxifahrer oder einen Transport zu bekommen. Wir haben erst den Typen, der immer am Eingang unserer Straße sitzt, gefragt. Er wollte 400.000 Rp. für die Tour haben („different direction“), ich wollte nur 200.000 zahlen und insofern sind wir nicht zusammen gekommen. Der nächste Fahrer wollte ebenfalls 400.000 Rp. haben („different direction“), ich wollte wiederum nur 200.000 zahlen, also war das wieder nichts. Als der nächste Fahrer dann ebenfalls 400.000 Rp. forderte („different direction“), dämmerte mir so langsam, dass das wohl der normale Preis für diese Entfernung ist. Wir haben uns schließlich auf 300.000 Rp. geeinigt und los ging es.

Zuerst fuhren wir nach Tanah Lot. Ich war ja bereits schon mal da und hatte diesen Ort als „magisch“ und verwunschen in Erinnerung ...

Hin ging es über kleine Straßen („no main route“), vorbei an kleinen Gehöften, Reisbauern, die auf ihren Feldern arbeiten, streunenden Hunden, gackernden Hühnern und wunderschönen Reisterrassen. Ein wenig hektischer wurde es dann in Tabanan, der Stadt, die sozusagen nach Tanah Lot führt. Ein Verkehr wie auf dem Jungfernstieg! 

Nachdem wir dort durch waren, wurde es allerdings wieder ruhiger. Und dann kam Tanah Lot! Naja, erst einmal kam eine Absperrung, an der wir Eintritt zahlen mussten – 25.000 Rp. incl. Parkgebühren für unser Auto. Wayan (unser Fahrer) hat uns rausgelassen, Hannah und ich sind nach rechts abgebogen und wurden sofort per Mikrofon (!) wieder zurückbeordert. Wir mussten links herumgehen!

Ehrlich gesagt habe ich nicht so ganz verstanden warum, vermute allerdings, dass jeder Besucher von Tanah Lot an allen Souvenir-Ständen vorbeigelotst werden soll. 

Schließlich aber kam Tanah Lot in Sicht! Flut, die Gischt umtoste den Tempel :).

So ungefähr jedenfalls! Leider standen vor dem (nicht gerade kleinen) Tempel jede Menge asiatische Touristen, die es fast geschafft haben, den "Tempel inmitten des Meeres" (so die Übersetzung von Tanah Lot) bei all den Fotoaufnahmen, die gemacht werden mussten, zu überdecken!
 
Während wir uns noch ein wenig lustig machten, wurden wir dann aber schon mit auf die Fotos "gezogen". Fotosession und Lächeln, Lächeln, Lächeln war angesagt. Irgendwann taten uns schon die Münder vom ewigen Grinsen weh und  nach dem (gefühlten) 123 Foto haben wir die "Aussichtsplattform" erst einmal wieder verlassen und uns (wiederum durch Souvenirstände und Restaurants) links gehalten, um den Tempel von oben aus zu fotografieren. Vor 17 Jahren habe ich ebenfalls an dieser Stelle Fotos gemacht, bin  direkt an diese Stelle gefahren, ausgestiegen und war alleine an diesem Ort. Naja, sagen wir es so ... heute war es nicht so!


 

Danach ging es weiter durch einen inzwischen angelegten Park auf die rechte Seite des Tempels, wiederum ein paar Fotos geschossen und schlussendlich noch einmal zur „offiziellen“ Aussichtsplattform. 

 




 





Es war nicht besonders einfach, sich an den Massen von Chinesen (ehrlich gesagt, ein sehr unangenehmes und auch hässliches Volk, wie ich finde) vorbeizuschieben. 

Erst einmal finde ich es ja sowieso schon unglaublich, dass diese immer in Massen auftreten (fast hat es den Anschein, als hätten sie Angst, alleine zu sein). Ebenso finde ich es unglaublich, dass sie meinen,  ihnen gehört die Welt und sich ungefragt immer und überall vordrängeln, ins Bild stellen und einfach mega-„präsent“ sind. NOCH haben sie die Weltherrschaft nicht übernommen! Aber anscheinend üben sie schon mal! Wirklich unangenehm!

Wir mussten wiederum für Fotos mit irgendwelchen Asiaten (Javanesen vermute ich einmal – verschleierte Frauen auf jeden Fall) posieren und haben uns nach ca. 1 Stunden wieder auf den Weg zu Wayan gemacht.

Der Typ war übrigens sehr nett – Hannah hat wieder einmal auf schüchtern gemacht und kaum etwas gesagt, ich allerdings habe mich lange mit ihm unterhalten. Bali früher, Bali heute, Terroranschläge and so on. Ich erzählte ihm, dass ich vor 17 Jahren schon einmal in Ubud war und zu der Zeit gerade mal 3 oder 4 Guesthäuser existierten. Die Monkey Forrest Road war ein schmaler Fußweg mit Reisfeldern zu beiden Seiten, die Affen hüpften durch den Wald und man musste natürlich keinen Eintritt bezahlen, um den Forrest zu besuchen. Mopeds gab es wenige, Autos kaum und wenn man einen Transport angeboten bekam, handelte es sich um eine Rikscha. Er konnte sich gut daran erinnern, denn er war (angeblich? – ist mir ja aber auch egal) damals Rikschafahrer in Ubud. Er erzählte, dass er unglücklich über den Ausverkauf von Bali ist. Überall werden neue Häuser gebaut, die Reisanbaugebiete werden immer kleiner und seiner Meinung nach wird es in einigen Jahren so sein, dass die Balinesen Reis importieren müssen, weil nicht mehr genug Anbauflächen vorhanden sind. 

Er hat mir auch erklärt, wie der „Ausverkauf“ von statten geht:

Ein Bauer hat ein Reisfeld, auf diesem baut er möglichst mittig irgendwann ein Haus. Durch dieses Haus ist das Feld zwei- oder gar viergeteilt, so dass der Bauer jetzt nach der Teilung einzelne Stücke seines Grundstücks verkaufen kann. Also wird meistens der Teil vor dem Haus verkauft. Üblicherweise (und das fand ich äußerst interessant) aber nicht an Balinesen, sondern an Javanesen, die bereit sind, fast jeden Preis zu zahlen, um ebenfalls am Tourismus zu profitieren. 

„Not so many people want to go to muslime Java. So the Javanese people come to Bali."

Diese bebauen dann das ehemalige Reisfeld mit Guesthäusern, Restaurants oder Shops und schon ist wieder ein Reisfeld weg. Naja, so ungefähr muss das in Ubud damals auch gelaufen sein. In Ubud allerdings ist viel auch noch in balinesischer Hand, da das Dorf und die dort seinerzeit ansässigen Bauern komplett vom Tourismus profitiert haben.

Und anscheinend gibt es eine ziemliche Rivalität zwischen Javanesen und Balinesen, keiner gönnt dem anderen was – so kam mir das jedenfalls vor. Wayan hat auf jeden Fall ziemlich geschimpft und seiner Aussage nach ist die Situation besonders nach den ersten Terroranschlägen von 2002 eskaliert. 

Viele Leute haben damals ihren Job verloren und – noch viel schlimmer – ihr Urvertrauen ins Leben und in die Götter. Sie wussten nicht, weshalb die Götter sie so strafen und irgendwelche Terroristen auf ihre schöne Insel lassen. Hatten sie sehr dran zu knappsen und haben sie wohl auch immer noch ... 

Er hat mich übrigens auch vor Kuta gewarnt. „Don’t stay at partyzones! You can have a drink in a little bar or on the beach but don’t use public party zones. And please take care of Hannah! Don’t allow her to go with Indonesian people. A lot of the people in Kuta are not from Bali, they are from other districts and want to see some tourists in bikini. Or they want to have sex because they can not have sex on their own places!” War echt super interessant, wenn auch erschreckend. Ich fühl mich doch hier (wieder mal) so sicher ...

Zurück ging es wieder über kleine Straßen Richtung Ubud. Mittagessen gab es in einem kleinen Warung an der Straße. Ich sagte zu Wayan, dass ich gerne Nudelsuppe und/oder Sate essen würde. Er meinte, er kennt einen guten Platz. – Naja, das Essen ging so ... Suppe schlecht gewürzt, Sate dafür gut gewürzt, aber knorpelig. Dazu gab es Reis und bezahlt habe ich 65.000 Rp. für alle 3 Essen. Hat er sich wahrscheinlich 30.000 Rp. mit verdient ;). Hannah hat kaum was gegessen, sie war mit der Gesamtsituation und den vielen Mopedfahrern um uns herum etwas überfordert.

Und dann kam das Highlight des Tages. Wir sind zum Wassertempel Tirta Empul gefahren. Liegt ungefähr 20 km nördlich von Ubud und hat mich vollends umgehauen. Tausende von Balinesen, die ihre Zeremonien abgehalten haben. Opfergaben, rituelle Waschungen, Yoga – eine unglaublich spirituelle Stimmung, trotz des ganzen Rummels, der dort herrschte. Ich weiß nicht, wie viele Fotos ich geschossen habe und wie oft ich ein paar Tränen verdrücken musste. 














Lag natürlich nur an der Sonne, die just zu dieser Zeit doch noch herauskam und mich blendete … 

Superschön und berührend, dieser Tempelbesuch ist jetzt schon eines der Höhepunkte dieses Urlaubs!

Nach Tirta Empul wollte Wayan uns unbedingt noch eine Coffeeplantage zeigen. Eigentlich hatten wir gar keine Lust (inzwischen war es auch schon ziemlich spät), aber schlussendlich haben wir uns überreden lassen. 

Tja, und da bin ich dann wieder auf die „Only for you my best friend“-Nummer hereingefallen. Einmal in jedem Urlaub scheint wohl Satz zu sein:)

Bei der Kaffeeplantage handelte es sich eigentlich um einen schön angelegten Garten. Jede Menge Pflanzen (natürlich mit Namensschild) wuchsen dort, die üblichen Sachen wie Ananas, Passionsfrucht, Banane, Mango etc., aber auch viele mir teilweise unbekannte Kräuter. Alles duftete und es war herrlich kühl dort oben in den Bergen! Also alles schick! Nach dem Rundgang kam natürlich der obligatorische Laden, den wir allerdings erst einmal gar nicht wahrgenommen haben. 



Ein paar Indonesier haben rumgesessen, den Bali-Kaffee per Hand geröstet und gemahlen und die Besitzerin des Ladens kam auf uns zu und hat uns noch einmal alles genau erklärt. 500 g Bali-Kaffee verkaufsfähig zu machen dauert 2,5 Stunden. 1 Stunde rösten, 1,5 Stunden stampfen und damit mahlen. 

Dann wurden wir zu einem Tisch mit einem traumhaften Ausblick über das Tal und den Dschungel geführt, drückte mir ihr Baby auf den Arm (damit hatte sie mich ja sowieso schon fast in der Hand) und dann „durften“ wir 8 verschiedene Getränke probieren. Zitronentee, Rosellatee, Vanilla-Coffee, Ginger-Kaffee, Reistee, puren Bali-Kaffee und noch einen Tee, den ich aber bereits wieder vergessen habe. Und wie das schmeckte ...

Der Vanilla-Kaffee weich und süß, der Rosellateee wirklich nach Hagebutte, der Zitronentee ein Gedicht! Selbst Hannah war begeistert. Lange Rede kurzer Sinn – gekauft habe ich jeweils 1 Paket „pure organic“ (bin mir da allerdings ehrlich gesagt nicht ganz so sicher, nachdem ich mir die Etiketten angeschaut habe – muss das noch mal googlen) Lemontee, Rosellatee und Vanilla-Kaffee.

“Geschenkt“ bekommen habe ich frische scharfe Chilies, natürlich ebenfalls „pure organic““. Und bezahlt habe ich 300.000 Rp.!!! Ich bin verrückt! Ich weiß! Dafür hätte ich mir 15 T-Shirts oder 5 Kleider kaufen können und mit Hannah eine Nacht in einem Luxus-Resort mit Infinity-Pool über den Bergen übernachten können …. Ist mir erst im nachhinein aufgefallen, was für ein Preis das war! Wahrscheinlich kann Wayan aufgrund seiner Provision erst einmal 2 Tage Urlaub machen und braucht keine Touristen mehr durch die Gegend kutschieren! Egal … wenn ich den Tee zu Hause "zelebrieren" werde, kommt die Stimmung des Tages bestimmt noch mal zurück. Lecker ist er ja auf jeden Fall!

Nachdem wir die Touri-Falle „Coffee-Plantage“ nun abgehakt hatten, ging es zurück nach Ubud mit Halt an der Goa Gajah (Elefantenhöhle).

Wollte ich unbedingt sehen, habe ich mir laut den Reiseführerbeschreibungen total gigantisch vorgestellt. Einer der ältesten Tempel auf Bali! In der Höhle gab es dann 3 kleine Schreine, in der Opfergaben lagen und das war es. Hat mich nicht gerade umgehauen, kann allerdings auch daran gelegen haben, dass ich ziemlich platt war. Es wurde immer heißer, je später es wurde und wir waren ja schon den ganzen Tag auf den Beinen. Von meinem Fuss will ich mal gar nicht reden … 









Auch bei der Goa Gajah mussten wir wieder mehrfach als Modell herhalten (O-Ton Hannah: „Ich kann gar nicht mehr lächeln, mir tut schon alles weh, Mama!“).

Zurück in Ubud waren wir dann erst gegen 18.00 Uhr! Das hätten wir also nie an einem Nachmittag (wie von mir geplant) geschafft! Insofern bin ich froh und dankbar, dass es heute morgen so regnerisch war.

Im Narasoma Homestay habe ich erst einmal ein Bier getrunken, erneut versucht, das Internet zu starten (läuft bei uns immer noch nicht, bei allen anderen Gästen aber schon …. ich weiß immer noch nicht, warum? Karma? Sollen wir uns um andere Dinge kümmern? MÜSSEN wir uns um andere Dinge kümmern? ) und dann sind wir zu Bendis zum Essen. 

Eigentlich können die uns langsam mal ein Essen ausgeben, so oft wie wir dort andere Touris anlocken :)! Sobald wir dort oben sitzen, kommen andere Gäste!

Unseren „Wifi-Abend“ haben wir – wie gestern auch schon – in der Laughing Buddha Bar verbracht. Heute ohne Livemusik, dafür aber wieder in nettem Ambiente. Bei uns am Tisch saß ein Neuseeländer, mit dem ich ins Gespräch kam und der mir erzählte, dass er öfter auf Bali sei, da sein Vater hier lebt. Ich meinte daraufhin spontan „Oh, wunderful Dad! Does he have a girlfriend?“. Der Typ ist fast vom Stuhl gefallen vor Lachen. Eine Antwort auf meine Frage habe ich allerdings nicht bekommen ….

Thomas hat erneut gemailt, Anrede diesmal „Mein Zucker“ … ich schmelz dahin und bin wirklich gespannt, wie es wird, wenn wir uns wiedersehen. Nigeria ist im Moment wohl erst einmal gecancelt, er wird jetzt wohl Baustellen im Norden betreuen und bekommt sogar einen Firmenwagen. Guter Mann! Ich freu mich schon auf ihn.

Später dann noch ein wenig auf der Veranda gesessen und über das dunkle Ubud geschaut, Hannah ist ziemlich früh ins Bett gegangen. Die Hitze hier schafft sie anscheinend … 

 

Donnerstag, 21. April 2011

We create our own happiness ... in Ubud



Habe mir heute morgen den Wecker gestellt und bin um 6.00 Uhr aufgestanden – nachdem ich geträumt habe, dass Tchibo Angrifff eines Atomwaffenangriffs geworden ist (nur Tchibo! Niemand sonst!) und ich daraufhin mit Peter Deeg geknutscht habe, der aber ganz Personaler irgendwann meinte: „Frau Martens, nicht, dass ich kein Interesse hätte, aber ich bin sozusagen ihr Chef und kann nicht mit meinen Untergebenen rummachen!“ Glaubt man das?? Diesen Satz und den Traum sowieso?? Träume hier sowieso die wildesten und verrücktesten Sachen …

Bin also um 6.00 Uhr bei Sonnenaufgang aufgestanden (traumhafter Blick auf "meinen" Berg!) und habe mich mit der Kamera bewaffnet auf einen Spaziergang gemacht.


Hier mal in eine Gasse rein, dort mal wieder heraus. 

Dabei habe ich festgestellt, dass wir ganz nah am Ubud Palace und dem Market wohnen … Ich halte mich ja schon für streetsmart, aber ehrlich gesagt hatte ich diese beiden wichtigen Punkte in Ubud eher ans andere Ende der Stadt „gepackt“. 

Schließlich kam ich zu einer äußerst einladenden Straße namens Jalan Kajeng. Eine nicht zu große und auch nicht zu kleine Straße (soll heißen, ich konnte dort normal gehen ohne andauernd zur Seite springen zu müssen, wenn die Mopeds kamen) mit ganz vielen kleinen hübsch zurechtgemachten Guesthouses. 




Tempel hier, Tempel da, Frau mit Blumenkorb auf dem Korb da, Mann mit Sense in der Hand da. Sehr schön! Ich bin die Straße immer weiter gegangen und nach einigen Brückenüberquerungen stand ich mitten in den Reisfeldern. Wunderschön! Reisbauern, die ihre Enten über die Reisfelder führten, Kinder, die sich auf den Weg in Schule gemacht haben, Frauen, die mit Einkäufen aus dem Dorf zurückkamen. Ich war wieder so beseelt, dass ich erst einmal 3 Tränen verdrücken musste.










Albern, aber ich kann halt nicht aus meiner Haut. 

Habe mich dann in eine Holzhütte gesetzt und mir das Leben auf dieser schönen Insel angeschaut.











Als Gott Bali erschaffen hat, hat er wirklich einen seiner besten Tage gehabt! Das habe ich Thomas gestern auch noch geschrieben. Wirklich wirklich wahr! Diese Insel hat schon etwas Paradiesisches an sich! Nicht nur, dass man hier wahrscheinlich nur einen Melonenkern auf den Boden fallen lassen muss, um sofort einen neuen Baum wachsen zu sehen (die tropische Hitze und Schwüle ist einfach der Hit!), auch diese fast schon sprichwörtliche Freundlichkeit der Balinesen und diese Freude und Lust am Leben, die einen (oder nur mich?) hier befällt sind wirklich einzigartig. 

Ich war ja nun wirklich schon viel unterwegs, aber gestern habe ich wirklich gedacht: „Ja, das kommt dem Paradies schon ziemlich nahe!“ Ich merke zum Beispiel auch beim Schreiben jetzt, dass ich richtig vor mich hinsumme – schadet meiner Konzentration natürlich, aber ich habe ja Urlaub und will diese Aufzeichnungen ja nicht veröffentlichen. Vielleicht benutze ich sie für meinen Bestseller (sicherlich sogar!), aber noch kann ich durcheinander und in Kladde schreiben.

Auf jeden Fall war ich äußerst ge- und berührt gestern morgen. Ich habe etliche Fotos geschossen und bin schon gespannt, ob ich das Feeling irgendwie einfangen konnte.

 






Auf dem Rückweg zum Narasoma Homestay hätte ich eigentlich gerne noch irgendwo einen richtig guten Bali-Coffee getrunken. Da es so früh war, hatte allerdings noch nichts auf. Auf dem Market (den ich dann ja später entdeckt habe) war es mir ehrlich gesagt zu rummelig und zu voll. Nach dieser schönen Zeit der Stille in den Reisfeldern hätte mich das schier überfordert, auch wenn es sich natürlich angeboten hätte, dort eine Suppe zu verspeisen oder einen Kaffee mit den Leuten zu trinken. So bin ich also „nach Hause“ geschlendert (Hannah hat noch geschlafen), habe mir einen lecker Tee gemacht (davon muss ich unbedingt noch welchen mitnehmen) und eine Mail für Thomas entworfen.

Durch diese ganze Hitze und Lust auf Bali vermisse ich den richtig. Richtig vermissen tu ich ihn! ICH! Hätte ich mir auch nicht vorstellen können, dass das so fix geht. Und irgendwie habe ich auch gar keine Bedenken, dass da irgendwas schief gehen könnte oder nicht richtig ist. Ich vermisse den jetzt und steh dazu. Punkt! 

Was daraus wird, wird man sehen, aber im Moment bin ich fast schon richtig verknallt. Ehrlich gesagt hoffe ich, ihm geht es genauso … 

Mails konnte ich hier im Haus wieder nicht checken, keine Ahnung, warum! Alle anderen Leute sitzen hier mit ihren Lappis, schreiben Emails und suchen Guesthouses in Kuta oder wo auch immer … Nur wir können das nicht! Hat wahrscheinlich den einfachen Grund, dass Hannah und ich uns mehr miteinander beschäftigen sollen und das Kind nicht immer ins Netz soll – das haben wir ja zu Hause schon oft genug ;)!

Irgendwann kam Hannah auf die Veranda geschlichen, um mit mir zu frühstücken und danach sind wir wieder an den Pool gegangen. Gefällt uns gut dieser Rhythmus – morgens Pool (immer Privat-Pool, nie ist jemand anderer als wir da) und nachmittags einen Ausflug oder ähnliches.




Gestern nachmittag sind wir dann zum Market gelaufen. Eigentlich wollte ich mir dringend Trekking-Sandalen kaufen, damit ich nicht andauernd umknicke, gab’s aber nicht. Hannah wollte einen Bikini und ein „I love Bali“-Top – leider auch keinen Erfolg gehabt. 

Bikinis gab’s nicht, das Bali-Shirt gefiel ihr von der Forrm her nicht.
Cap
Ich habe mir 2 entzückende Kleidchen gekauft (das erste natürlich viel zu teuer 120.000 Rp, das zweite fing bereits mit 80.000 Rp an und dafür habe ich schließlich nur 50.000 Rp. bezahlt – hat mich sehr an Kambodscha und meine „Handelerfahrungen“ erinnert) und eine blaue lange „Pumphose“. Hannah findet sie schrecklich, ich finde sie schrecklich schön :).

Es gab eine Menge zu kaufen und und noch mehr zu gucken, werde ich vielleicht noch einmal vorbeischauen – oder aber auf Kuta warten. Mal sehen, wie wir das mit der Zeit hinbekommen.

Umziehen mussten wir heute doch nicht – die Leute, die unser Zimmer gebucht hatten, haben abgesagt! Juchhuh und Heureka! Habe gleich klargemacht, dass wir nun bis Sonntag bleiben! Dann machen wir uns auf den Weg nach Kuta!

Abends waren wir im „Benji“ essen, das Lokal, an dem wir auch den ersten Tag waren. Hannah hat in Windeseile ein Schweinesteak nebst Pommes verdrückt, das Kind war wie ausgehungert. Für mich gab’s Nudelsuppe und Cap Cay (Gemüse in Soja-Sauce). Lecker und günstig! Danach sind wir rüber in die „Laughing Buddha Bar“, haben überteuerte Getränke getrunken, dafür aber das Wifi genutzt.

Außerdem gab’s Live-Musik, die ziemlich gut war. Indonesische Band mit einer westlichen Sängerin und Geigerin – sehr spannend!