Montag, 7. September 2015

DER schiefe Turm von Pisa

Natürlich bietet Pisa noch mehr als den schiefen Turm!

Aber seien wir mal ehrlich ... Wer nach Pisa fährt, besucht die Stadt tendenziell nicht, um durch die Altstadt zu schlendern, sondern will die Piazza dei Miracoli mit dem Dom, dem Baptisterium und dem Turm mit der Schieflage besichtigen.


Was eigentlich schade ist ... denn innerhalb der Altstadt ist Pisa noch italienisch. Im Metzgerviertel gibt es jeden Tag einen Markt und abends sitzen die Mammas und Papas zusammen auf der Straße und tratschen. Der interessanteste Teil der Altstadt liegt westlich der Einkaufsstraße Borgo Stretto. Dort findet man Lebensmittelläden, Fleischer und andere kleine Geschäfte.

Die Partymeile in Pisa findet ihr als Verlängerung der Borgo Stretto um die Corso Italia herum. In den Seitengässchen haben in den letzten Jahren etliche Szenekneipen eröffnet, die insbesondere von den Studenten der Stadt bevölkert werden.

DER PLATZ, die Piazza dei Miraloci (also die "Wunderwiese") liegt am Rande der Altstadt. Komischerweise haben wir an diesem Hot Spot die geringsten Parkgebühren ever in der Toskana gezahlt. 1,00 Euro pro Stunde!

Wie der gigantische Domplatz bereits vermuten lässt, war Pisa im Mittelalter eine mächtige Republik in Italien. Geld war mehr als genug vorhanden, um bedeutende Baumeister und Künstler zu beschäftigen. Nach etlichen Jahren "Gemetzels", insbesondere mit den Stadtstaaten Genua und Florenz, fiel Pisa 1406 durch Verrat aus eigenen Reihen an die Erzrivalin Florenz. 

Vom Reichtum früherer Zeiten ist wenig geblieben. Gekommen sind dafür Scharen von Touristen, die den schiefen Turm sehen und halten wollen ...


Der Turm ist übrigen nicht nur schief, sondern auch einer der schönsten Italiens. Leider hat Bonano Pisano im 11. Jahrhundert nicht bedacht, dass die gesamte Stadt auf Schwemmland steht. Schon von Anfang an zeigte der Turm eine bedrohliche Schieflage. Es wurde immer wieder versucht, diese zu beheben (das letzte Mal in den 90er Jahren). Aber auch wenn sein Neigungswinkel bei der letzten Renovierung um fast 44 cm verringert wurde, macht er weiter, was er will und neigt sich jeden Tag etwas mehr dem Boden entgegen.


Auf der Wunderwiese stehen neben dem Turm auch noch der gigantische Dom Santa Maria Assunta


 und die größte Taufkapelle der Welt.


Der Besuch der Taufkapelle ist eigentlich ein "Muss", schon aufgrund der außergewöhnlichen Akustik, die dort drin herrschen soll. Ich kann dazu leider nichts aus eigener Erfahrung schreiben, da wir erst am Abend auf der Piazza dei Miracoli waren und die Wartezeiten dennoch knapp 2 Stunden betragen hätten.

Das gleiche gilt für den Dom. Dieser war lange der größte der christlichen Welt. Für die Kathedralen von Florenz und Siena war er Vorbild. Der Eintritt in den Dom ist übrigens frei! Allerdings muss man sich dennoch eine Eintrittskarte im Touristenoffice der OPA (genau gegenüber der großen Rasenfläche auf der nördlichen Seite des Platzes) holen.


Wer den Turm besichtigen möchte, sollte sich - ähnlich wie bei den Sehenswürdigkeiten oder Museen in Florenz - die Tickets vorher online besorgen. Spontan kann man diese natürlich auch im Touristenoffice der OPA kaufen. Allerdings sollte man Zeit mitbringen. Die Wartezeit kann in der Hochsaison nämlich Stunden dauern ...


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