Samstag, 22. November 2014

Gaaanz schlechte Stimmung in Pushkar

Nun haben wir den Salat!

Ich schrieb ja bereits hier, dass wir mit unserem selbst erklärten "Guide" Santosh sehr unzufrieden sind. Nun, heute ist die Situation eskaliert.

Ich hatte ihm vor der Tour erklärt, dass wir keine großen Ansprüche an unsere Unterkünfte haben. Wir schlafen gerne in kleinen Guesthäusern, wichtig ist für uns nur, dass wir möglichst ein einiges Badezimmer, einen Balkon oder Zugang zu einer Dachterrasse haben und ZENTRAL wohnen.

Ist ZENTRAL so schwer so verstehen? Eigentlich nicht, oder?

Wir sind heute in Pushkar angekommen (traumhaft!, aber dazu gibt es später mehr) und wo führt uns dieser Mensch hin? An den Arsch der Welt! Das letzte Hotel an der letzten Straße in diesem Dorf! Wirklich das allerletzte Haus, ungefähr 2 km vom See und dem Dorfkern entfernt.

Ich habe schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz gesagt: "Hier wohn' ich nicht! Wir können gleich weiterfahren!" Er fauchte mich an, ich solle dem Hoteleigentümer bitte gegenüber Respekt zeigen. "Kein Problem! Mach ich gerne! Aber ich wohn' hier trotzdem nicht!"

Ich bin also freundlich und mit viel Respekt aus dem Auto gestiegen, habe mich auf den Weg zur Rezeption gemacht und weiterhin freundlich und mit viel Respekt nach dem Eigentümer gefragt. Der war aber nicht da! Wir sollten warten.

Das habe ich dann 5 Minuten getan, die unglaublich verdreckte Restaurant-Toilette benutzt, noch einmal freundlich und voller Respekt nach dem Eigentümer gefragt und als dieser immer noch nicht erschienen war, habe ich mich ins Auto gesetzt und mit viel Respekt "Abfahrt!" gesagt!

Santosh war stinkesauer, ich auch! Hannah hingegen war cool, zückte unseren Reiseführer und teilte unserem nichts verstehenden und nicht sprechenden Fahrer und Santosh mit, dass wir bitte schön mitten im Dorf wohnen wollen und hatte auch gleich 2 Adressen parat.

Die Stimmung war eisig! So frostig, wie man sich das 30 Grad Außentemperatur gar nicht vorstellen kann!

Im Dorf angekommen hielten wir dann, um wieder einmal nach dem Weg zu fragen. 

Leider verstehe ich ja kein Hindi, es gab ein wenig Palaver mit einem Inder und dann meinte Santosh, dass wir leider nicht zu den angegebenen Guesthäusern fahren können, da heute Wahlen sind und daher die Straßen gesperrt sein.

Kein Problem! Gehen wir halt mit viel Respekt zu Fuß! Zu Fuß gehen wird ja wohl nicht verboten sein, auch wenn Wahltag ist, oder?

Was glaubt ihr, was passierte? 

Auf einmal gab es doch einen Weg zu unserem favourisierten Hotel! Komisch nicht? Es gab sogar einen Jungen, der auf einmal in unseren Wagen sprang und uns den Weg gerne zeigte.

Da Santosh angeblich für unsere Hotels bisher immer knapp 3.000 Rupien die Nacht gezahlt hat (wer's glaubt, wird selig!) hatte ich überhaupt kein Problem damit, als erstes das Inn Seventh Heaven anzusteuern.

"Do you have a room? Yes? Fine! How much is it? 2.750 Rupies? No Problem, we take it!" 

Santosh blieb fast das Herz stehen, ich habe richtig gemerkt, wie er nach Luft schnappte. Er schnappte bereits VOR dem Hotel nach Luft, als er das Schild "No comission" entdeckte!

Lange Rede, kurzer Sinn!

Santosh und der nicht sprechende Betel kauende Driver sind verschwunden. Wahrscheinlich zu einem seiner angeblich so vielen Freunde, die er ja überall in Indien hat. Komisch, dass wir von denen bisher noch nicht einen getroffen haben, obwohl diese uns überall Tips für unsere Tour geben sollten.

Wir treffen uns morgen früh wieder, um alles Weitere zu besprechen.

Hannah und ich wohnen allerdings nicht nur, sondern fühlen uns auch wie im 7. Himmel.

Unser Zimmer ist riesig. Wir haben eine Kuppel über dem Bett und gefühlte 170 Kerzenständer im Raum.



Überall in unserem Haveli liegen Rosenblätter und befinden sich kleine Brunnen. Abends ist der ganze Palast von Kerzen erleutet.



Und auf jeder Etage hängen Schaukeln zum Relaxen und laden Bettsofas zum Rumfläzen ein.




Und das Allerbeste an diesem Platz? Niemand spukt uns roten Betelsaft vor die Füße!

Perfekt!

Bin ich arschig?

Nein, sicherlich nicht! Wer mich kennt, weiß, dass schon viel passieren muss, damit ich so sauer werde ...

Warten wir mal ab, wie es morgen weiter geht!

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