Samstag, 6. Oktober 2012

Wayanad - Varnam Homestay - at the end of nowhere :)



Der Tag begann hektisch – hatte ich doch gestern Abend glatt meinen Wecker für Freitag und nicht für Samstag gestellt. Daran sieht man schon, wie entspannt ich bin … Heute Morgen war es dann leider gar nicht entspannend. Unser Fahrer stand pünktlich um 7.00 Uhr vor der Tür und wir lagen noch im Bett. Hektisch alles zusammengesucht, ein Toast im Stehen gefuttert, bezahlt, kurz von Maryann und Philip verabschiedet und schon saßen wir auch im Auto. Unser Fahrer war leider etwas muffelig, so dass ich nichts über interessante Gespräche aufschreiben kann. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass er des Englischen nicht so mächtig war … Unser Gespräch erschöpfte sich jedenfalls ziemlich schnell: „First time in India? You like India?“ und damit war unsere Konversation schon beendet. 

Die Fahrt nach Wayanad hat sage und schreibe 8,5 Stunden gedauert! Als wir hier ankamen war ich fix und fertig. Hupen, Überholen, wieder einscheren, weil einem Laster entgegen kommen, hupen, überholen, knapp vor den Lastern, die ebenfalls laut hupen, laut hupend wieder einscheren and so on. Bin heilfroh, dass ich nicht noch 13 Stunden nach Hampi (mit)fahren muss ….


Die Fahrt hier hoch war anfangs eher langweilig – was in Indien halt langweilig ist :). Eine Stadt reihte sich an die andere, viele Leute zu sehen, aber keinerlei Landschaft. Das änderte sich schlagartig, als wir Calicut hinter uns gelassen und ab in die Berge gefahren sind. Reisfelder, Regenwald, enge Serpentinen, die sich die Berge hochwanden. Und natürlich wurde auch auf diesen Serpentinen um jeden cm. Fahrbahn und Schnelligkeit gekämpft. Nicht nur unser Fahrer tat das, die übrigen 245 Laster und 367 Busse und 137 Autos taten das auch. Gab 2 Unfälle auf der Strecke, zum Glück nicht mit uns…


Unser Guesthouse liegt – sagen wir es mal so – seeeeehr weit ab vom Schuss. Von Kalpetta (dem Backpackerort hier oben im Nationalpark) ungefähr 45 Minuten per Auto entfernt, dafür aber traumhaft gelegen. Hier ein Feldweg, dort eine Schotterpiste, viele Telefonate und dann waren wir schließlich da. Ein ehemaliger Bauernhof, der jetzt nur noch für sich und die Gäste anbaut (und so schmeckt das auch!), 3 Zimmerchen, Vater, Mutter, Opa und eine 14jährige Tochter. Wir sind (wieder mal) die einzigen Gäste und mussten bei der Begrüßung ziemlich lachen. Unsere Vermieterin heißt Bina und die Tochter Wannah :).

Zur Begrüßung gab’s lecker Teechen und selbstgemachte Bananenchips. Danach haben Hannah und ich die Gegend erkundet, soll heißen, wir sind die Feldwege abgelaufen. Begleitet hat uns der Hund Bruno, den Bina uns mitgegeben hat, damit wir uns nicht verlaufen. Bruno ist zum „Mitnehmen“, Hannah ist schon wieder verliebt ….



Es gibt noch ein paar Häuser in der Gegend. Sämtliche Leute haben sich wieder gefreut, uns zu sehen und uns winkend begrüßt. Konversation ist aber nicht möglich, hier spricht glaube ich kaum einer englisch. Nicht mal die „First time in India? You like India?“-Frage kam auf...










Ansonsten gibt es Regenwald und Reisfelder und Kokospalmen… und Kühe, die im Stall stehen.






Das Abendessen war wirklich homestaymäßig, zusammen mit der Familie die Sachen aus dem Garten essen. War sehr nett, der Vater spricht äußerst gutes Englisch und das Essen war oberlecker. Chickencurry, Joghurtcurry, Bananenblättergemüse (!) und Zitronencurry (!)  - dazu Brot und Reis und für mich sogar ein Bier!!

Wir haben den Tag für morgen grob durchgeplant. Hannah und ich wollen ja auf jeden Fall in den knapp entfernten Nationalpark und hoffentlich wilde Elefanten sehen. Djill (der Vater des ganzen hier) schlug vor, morgens erst zu irgendwelchen Wasserfällen zu fahren und einen Tempel anzuschauen und erst gegen späten Nachmittag in den Park zu fahren, da dann die Chance am größten ist, die Elefanten zu sehen. Glückliche Wannah – sie hat schon so viele Elefanten in ihrem Leben in freier Wildbahn gesehen, dass sie schon ein bisschen genervt ist, weil sie halt nicht überall mal eben hinkann. Alles ist  mit Elektrozäunen gesichert, damit die Elefanten nicht in die Gärten der Familien kommen und das nervt 14jährige Inderinnen anscheinend  …

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und mach mich jetzt auf ins Bett, da ich vor lauter Käfern und Grashüpfern und Moskitos und Grillen und Heuschrecken hier unter dem Licht vor meinem Zimmer kaum noch den Bildschirm erkennen kann. Dafür kann ich Bruno gut erkennen, der direkt vor meinen Füßen liegt und auf uns beide heute Nacht aufpasst (freies Gelände und Schlüssel für die Zimmer scheint es auch nicht zu geben). Indien pur sozusagen – bin immer noch soooooo verknallt!


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